Freesheet War in der Schweiz
Irgendwo hatte ich es schon mal gelesen - aber weil ich gestern mit meinem Umzug beschäftigt war, ging mir der Beitrag in der «NZZ am Sonntag» durch die Lappen: Am 19. September startet in der Schweiz mit dem Titel «.ch» eine weitere Gratiszeitung. Die Zeitung wird in den Städten und Agglomerationen Zürich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen lanciert und via Briefkastenzustellung verteilt. Der Fokus liegt auf den Themenbereichen Nachrichten, Sport und Service/Lifestyle.

(stock.xchng)
Hinter der Zeitung steht der umtriebige - manche nennen ihn auch einen «Strippenzieher» («Weltwoche») - PR-Mann, ex-«Blick»-Chefredaktor, ex-Projektleiter bei «20 Minuten» und SF DRS-Pferdeflüsterer Sacha Wigdorovits (Stichworte «Swissfirst» und «Alex Freis Spuckaffäre»). Über die Investoren hüllt sich ein Mantel des Schweigens - aber die Liste der Verwaltungsräte dürfte deckungsgleich sein: Hans Ziegler (Unternehmer), Andreas Rihs (Phonak), der Verleger Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus), der Medienunternehmer Michael Grabner (Holtzbrinck), Werner Bonadurer (ex-UBS, heute an der Uni St. Gallen) und Sacha Wigdorovits.
«Die ganze Sozial- und Fachkompetenz fehlt»
Als regelmässige Kolumnisten des Blattes, welches sich laut eigenen Aussagen oberhalb von «Blick» und «20 Minuten» positionieren will, werden aufgeführt: Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse, Fussballexperte Alain Sutter, der Schauspieler Stefan Gubser und Oliver Stock, der Schweizer Korrespondent des «Handelsblatts».
Ganz so süffisant-skeptisch wie der Klein Report sehe ich die Sache nicht. Allerdings befürchte ich, dass die neue Gratiszeitung - die meinen ohnehin schon mit Altpapier (Bern ist da ganz schlimm) zugemüllten Briefkasten noch weiter zuspammen wird - nicht anderes sein soll, als eine weitere Plattform für Wigdorovits' Klientel. Der Klein Report schreibt:
«Er [Wigdorovits] bezeichnet sich selber als «Gründer und Initiant von '.ch'» und fügt über sich selber in der dritten Person an, «...der 1999 bereits die Pendlerzeitung '20 Minuten' lanciert hatte». Kein Wort über das Gründungsteam mit Klaus Stöhlker, Prof. Dr. Wolfgang Larese, Chefredaktor Urs Weber (leider selig) und Star-Verlagsmanager «Bleifuss» Rolf Bollmann sowie einem starken Redaktionsteam, mehrheitlich beim «Blick» abgeworben, wo Wigdorovits vor Jahren einmal ein paar Monate Chefredaktor war. Kurzum: Die ganze Sozial- und Fachkompetenz fehlt dem Projekt.»
+++ Nachtrag
Der «Tausendsacha» («Weltwoche») treibt sich wirklich überall herum - auch auf der Wikipedia. Das weiss jedenfalls der sms von rebell.tv.
» Drucken 18.06.2007 09:55
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