Freesheet-War: Erstes Opfer

CASHdaily

Es hat länger gedauert, als ich gedacht habe, aber der «Freesheet-War» in der Schweiz (siehe dazu auch hier, hier, hier, hier, hier und hier) fordert nun sein erstes Opfer. Erstaunlicherweise ist es keines der General-Interest-Blätter, die sich gegenseitig wegen den Werbeeinnahmen (bewusst) kannibalisieren, sondern «cash» (daily). Nach der Einstellung der Wirtschafts-Wochenzeitung «cash» stellt Ringier nun auch das tägliche kostenlose Nachfolgeprodukt ein.

Wie das Unternehmen schreibt, verfolge man nun konsequent die Strategie der Produktion zeitgemässer Wirtschaftsinformationen die einen papierlosen Vertrieb ab 2012 vorsah. Aufgrund der rückläufigen Entwicklung im Anzeigenmarkt habe der Verwaltungsrat von Ringier dem Antrag des Managements zugestimmt, diesen Schritt bereits jetzt zu vollziehen. Die Einstellung führt auch zu einem Stellenabbau. Da hat auch das Redesign nich geholfen.

Nur noch online statt «online first»

Weiterhin angeboten werden die Plattform cash.ch, cash TV, WebTV und mobile Applikationen. Dabei soll das Angebot an tagesaktuellen Wirtschaftsinformationen ausgebaut und in einer nächsten Phase via E-Reader-Technologie und anderen mobilen Anwendungen angeboten werden.

Eigentlich ein logischer Schritt für Ringier. «cash» hatte den ersten integrierten Newsroom der Schweiz und verfolgte schon früh konsequent eine Single-Brand-Strategie print und online. Dafür gab es auch einige nationale und internationale Auszeichnungen. Auch tägliche Audio- und Videopodcasts gab es - soweit ich das richtig in Erinnerung habe - zuerst bei «cash». Online ist das Produkt sehr erfolgreich und kann zum Beispiel das Zwanzigfache an monatlichen Visits der Nummer zwei «Handelszeitung» verbuchen (WEMF Net Metrix Audit Februar 2009: «cash» 2'522'000 Visits, «Handelszeitung» 131'943 Visits).

Quellen: persoenlich.com, cash

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