(Alt-)Papierkrieg
Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse (VSP), sagt in einem Interview mit dem «Migros Magazin» (aktuelle Ausgabe als PDF erhältlich) der Deutschschweiz einen Krieg der Gratiszeitungen vorher. Für Lebrument werde das Pendlerblatt «20 Minuten» als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird, weil es am längsten auf dem Markt sei. Mit seinen Aussagen lehnt sich der oberste Papierverwerter des Landes nicht weit aus dem Fenster, das Thema ist bereits hinreichend behandelt worden. Siehe dazu hier, hier und hier.
Schlagzeilen machte derweil die geplante neue Gratiszeitung «.ch»: Als Trumpfkarte des neuen Gratisblatts wurde stets die Zustellung vor die Hauseingänge gehandelt. Doch genau diese könnte nun zum Knackpunkt werden, weil keine Ständermiete bezahlet werden soll. Stattdessen sollen die 35'000 Ständer einfach so bei Hauseingängen von Mehrfamilienhäusern aufgestellt werden und die Eigentümer lediglich «vorab informiert werden». Ärger vorprogrammiert.
Kampfansage an tamedia
Die tamedia, Herausgeberin der «20 Minuten», reagiert auf die Kampfansage. Tamedia-Chef Martin Kall hatte Ende Juni angekündet, noch 2007 eine neue Zeitung lancieren zu wollen. Ob es sich um eine neue Gratiszeitung handelt, liess er aber noch offen. Seither wird in der Branche um eine «Tagi kompakt»-Ausgabe nach dem Vorbild der deutsche «Welt kompakt» spekuliert. Diese könnte, wie Lebrument spekuliert, «zusammen mit den abonnierten Zeitungen in die Briefkästen» verteilt werden. Vorteil tamedia also.
Die Gratisblätter seien gar nicht schlecht gemacht, sagte Lebrument. Sie böten nicht nur Häppchen und machten eigene Recherchen. Die abonnierten Blätter müssten Hintergründe und Analysen und auch eigene und regionale Geschichten bringen, damit sich ihr Modell nicht überlebe. In der Tat, in der Tat. Derweil werden sich unsere Altpapierbündel jedoch weiter in den Himmel türmen.
Quellen: klein report, werbewoche
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Drucken | 16.07.2007 13:04
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