Unaufhaltsame Medienkonvergenz

Die Medienkonvergenz schreitet auch 2008 voran. (stock.xchng)
Die zunehmende Verschmelzung klassischer Medien, Internet und Telekommunikations-Services nennt man bekanntlich (Medien-)Konvergenz. Diese Entwicklung lässt sich mittlerweile kaum mehr aufhalten und sie durchdringt immer mehr unser tägliches Leben. Laut der Studie «Convergence Monitor 2008» von TNS Infratest steigt die Akzeptanz konvergenter Services innerhalb der Bevölkerung. Während noch vor kurzem intensive Internet-Nutzer vergleichsweise wenig fernsahen und TV-Liebhaber umgekehrt selten im Netz surften, schliesst sich nun beides nicht mehr aus. Knapp 70 Prozent derjenigen, die mehr als zwei Stunden täglich im Internet verbringen, sehen zusätzlich auch über 2 Stunden fern.
Die genutzten Inhalte der verschiedenen Medien durch Web-Angebote nähern sich auch immer mehr an. So lesen mittlerweile 48 Prozent tagesaktuelle Informationen im Netz, während 27 Prozent sich Videos, Video-Podcasts und Clips anschauen. 15 Prozent hören online Web-Radio und Podcasts.

Paradebeispiel Handy
Ein Paradebeispiel für die Konvergenz ist das Handy. Mobiltelefone vereinen immer mehr Funktionen, für die zuvor verschiedene Endgeräte nötig waren. Und dieses Angebot wird von den Benutzern auch angenommen. So fotografieren mittlerweile 56 Prozent mit dem Handy, 27 Prozent hören Musik, 18 Prozent schreiben E-Mails und zwölf Prozent nutzen das mobile Internet. Lediglich Handy-TV erregt grosse Skepsis und stösst mit 1.6 Prozent kaum auf Kaufinteresse. Gegen Fernsehen auf dem Handy sprechen vor allem die kleinen Displays und die befürchteten hohen Kosten.
Video on Demand und IP-TV hinken hinterher
Videoangebote on Demand bestellen sich bisher nur vier Prozent der befragten 14 bis 64jährigen auf ihre Computer oder - bevorzugt - den Fernseher. Allerdings bezieht mittlerweile bereits ein Drittel der Konsumenten das persönliche Fernsehprogramm über einen digitalen Empfangsweg. Vom so genannten Triple Play, dem Komplettpaket aus TV, Telefon und Internet-Breitbandanschluss machen bisher zwar erst drei Prozent Gebrauch, allerdings signalisieren weitere 14 Prozent Kaufbereitschaft. Noch geringer ist das Interesse für IP-TV: Hier beträgt die Nutzungsrate gerade mal 0.6 Prozent. Sieben Prozent zeigen zwar ein generelles Interesse, bis Ende 2009 soll jedoch maximal eine Haushaltsabdeckung von drei Prozent erreicht werden.
Geringe Kenntnisse der Kunden als Problem
Die Studie kommt zum Schluss, dass die geringen Kenntnisse bei den Kunden und eine fehlende Vermittlung der Vorteile durch die Hersteller einem noch grösseren Markterfolg konvergenter Produkte im Weg stehen. Weitere Barrieren sind Mehr- bzw. hohe Kosten und ein beschränkter Zugang.
Für die Studie wurden insgesamt 1'575 Personen im Alter von 14 bis 64 Jahren in Deutschland befragt. Die Befragung ist repräsentativ für diese Bevölkerung und wurde in Form von persönlich-mündlichen Interviews (CAPI) im April/Mai 2008 durchgeführt.
Quellen: tns, ecin
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Drucken | 09.09.2008 10:14
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