
Eine nicht-soziografische Typologsierung der Onliner? (stock.xchng)
Der 2.0-Hype lässt sich auch daran erkennen, dass nahezu täglich neue Studien zum Thema publiziert werden. So auch gestern: Die Münchner PbS AG hat in einer Online-Studie das Online-Verhalten der Web 2.0-Nutzer untersucht. Interessant ist diese Studie vor allem deswegen, weil sie sich anders als viele andere (zum Beispiel TNS Infratest hier) nicht auf die Untersuchung der soziodemografischen Rahmenbedingungen alleine beschränkt. Kernaussage der Resultate ist denn auch, dass die Nutzung der Angebote und die Mitgliedschaft in Communitys nicht primär von diesen abhängt. Viel wichtiger seien die Lebenseinstellungen und psychologische Grundmotive der einzelnen User.
Nicht Alter, Geschlecht, Bildung oder Einkommen steuern demnach das Online-Verhalten der Nutzer, sondern Motive, Persönlichkeitsmerkmale und grundsätzliche Einstellungen. Die repräsentative Studie «web 2.0 offensiv!» unterteilt die User nach ihrem Charakter, ihren Nutzungsmotivationen und Bedürfnissen. Darauf aufbauend haben die Marktforscher von der PbS eine neuartige, psychologisch fundierte Web 2.0-Typologie entwickelt, mit der sich angeblich Marketingmassnahmen im Kontext des Web 2.0 effektiver und effizienter konzipieren lassen als bisher.
Die Untersuchung habe zunächst gezeigt, dass über 40 Prozent aller Onliner in hohem Masse Web 2.0-Anwendungen wie Blogs und Community-Plattformen nutzen. Der gemeinsame Treiber für dieses Verhalten sei dabei primär das Bedürfnis nach Kommunikation, sowohl online wie offline. Dieses Grundbedürfnis bestand also schon, bevor es Web 2.0 gab - es konnte sich aber durch das Web 2.0 in einem völlig neuen Rahmen und Umfeld entwickeln und den Kommunikationsradius des einzelnen Nutzers deutlich erweitern.

Die 8 Typen nach PbS (PbS)
Die Typologie unterscheidet zwischen (1) Typen mit sehr grosser Affinität zum Web 2.0 und grossem Kommunikationsbedürfnis, (2) Typen mit geringer Web 2.0 Affinität und geringem Kommunikationsbedürfnis und (3) Typen, die das Internet nur sporadisch nutzen. Diese drei Gruppen unterteilen sich wiederum in mehrere Typen. Bei den aktivsten Usern (1) sind dies die folgenden:
Für die mittelmässig aktiven (2) sind dies:
Die eher inaktiven Typen (3) schliesslich unterteilen sich in:
Augenfällig ist die inhaltliche Ähnlichkeit mit den bekannten Sinus Millieus, deren Internetnutzung und ICT-Affinität auch schon erforscht wurde. Für die Studie wurden im September 2'000 Onliner ab 14 Jahren aus verschiedenen Panels in Deutschland online befragt.
» Drucken 23.10.2007. 10:34
Alf Pfeffer on 23.10.2007. 21:13
Typologie und Persönlichkeitsprofile sind immer interessant. In Bezug auf die Internetnutzung ist es noch spannender.
LD on 26.10.2007. 12:47
Bei Branding-Experten ist schon lange bekannt: Unser Wertesystem bestimmt unsere Persönlichkeit und ist ausschlaggebend für unser Verhalten. Die soziodemographischen Faktoren bilden "nur" die Rahmenbedingungen, unter denen wir uns entfalten können.
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