Technikbegeisterte 50+
Menschen ab 50 haben mit Technik, besonders mit Unterhaltungselektronik nicht viel am Hut - so lautet ein nach wie vor gängiges Vorurteil. Das dem durchaus nicht so ist, das belegt auch eine aktuelle Studie aus den USA: Die Consumer Electronics Association (CEA) hat gemeinsam mit den Marktforschern von TNS Compete eine Befragung zum Thema durchgeführt. Besonders ins Auge sticht dabei der Befund, dass rund 80 Prozent der über 60-Jährigen innerhalb der letzten Woche vor dem Interview ein Mobiltelefon genutzt haben. Das ist ein Wert, der im Vergleich nahezu der Nutzungsrate entspricht, die sich in der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen findet.
Auch punkto Internetnutzung liegt die ältere Generation bei weitem nicht so weit abgeschlagen wie allgemein vermutet. Rund 71 Prozent der befragten über 60-Jährigen und 52 Prozent der über 70-Jährigen gaben an, innerhalb der vergangenen Woche eine Suchmaschine im Web genutzt zu haben. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt der Vergleichswert bei 77 Prozent.
Unterschiede in der Mediennutzung
Aber nicht alle Technologien werden von den Älteren in einem ähnlichen Umfang benutzt wie von den Jungen. Computer- und Videospiele sowie tragbare MP3-Geräte werden fast ausschliesslich von den jüngeren Altersgruppen genutzt. Besonders auf Social Networking-Seiten tummeln sich nur wenige Angehörige der Generation 50+. Solche Web 2.0-Angebote werden fast doppelt so häufig von Jüngeren besucht.
Auch bei den 50+: Das Internet wird für Kaufentscheide immer wichtiger
Aus der Studie geht auch hervor, dass das Internet über alle Altersgruppen hinweg ein integraler Bestandteil des Informationsprozesses bei Kaufentscheiden geworden ist (vgl. meine gestrige Meldung). Allerdings verlassen sich die 50+ dann doch noch mehr auf persönliche Empfehlungen von ihnen bekannten Personen und suchen das Gespräch auch mit dem Verkaufspersonal. Im Zusammenhang mit dem Kauf eines Elektronikgeräts wandten sich 63 Prozent aus dieser Altersgruppe an einen Verkäufer. Bei den 18- bis 49-Jährigen waren es nur 47 Prozent.
Tiefere Frustrationsgrenze bei den Älteren
Ältere Nutzer sind oft schneller ob der komplexen Technik frustriert. 60 Prozent der über 50-Jährigen gaben als Hauptgrund für ihre Frustration mit einem Gerät an, es hätte zu viele Funktionen. Bei den 18- bis 49-Jährigen hingegen waren nur 39 Prozent dieser Meinung.
Ich bin der Meinung, dass in einer immer älter werdenden Gesellschaft ein grosses Marktpotential für speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittene Technik vorhanden ist. Selbst die Generation Y sitzt irgendwann im Altersheim und schafft dannzumal ihre 14'528 SMS im Monat auch nicht mehr so mit Links.
Quellen: pte, tns
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Drucken | 20.01.2009 11:52
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