Social Networks und Klassen

Workers
(gamepolitics.com)

Danah Boyd, Doktorandin an der School of Information Sciences an der UC Berkeley, hat für ihre Promotion während sechs Monaten unzählige Interviews mit jugendlichen MySpace- und Facebook-Usern geführt. Ziel der Untersuchung war eine soziodemografische Studie der Benützer von Social Networks. Die Resultate legen nahe, dass Facebook-User besser gebildet und aus sozial bessergestellten Haushalten stammen.

Vorgängig das grösste Problem sei es gewesen, für die USA «Klassen» zu definieren, so Boyd. Die soziale Schichtung in den USA sei anders als in anderen Ländern nicht direkt abhängig vom Einkommen. Boyd konstatiert daher, dass sich Klassenzugehörigkeit in den USA über das Umfeld und das persönliche Netzwerk definiert - also wie sich die Leute definieren:

«Social networks are strongly connected to geography, race, and religion; these are also huge factors in lifestyle divisions and thus 'class'.»

Laut Boyd sind Facebook-User mehrheitlich weiss, stammen aus bildungsaffinen Familien und besuchen sehr häufig ein College. Im Gegensatz dazu stammt der durschschnittliche jugendliche MySpace-User aus einem bildungsfernen Elternhaus, die Eltern haben meist kein College besucht. Auf MySpace finden sich zudem mehr Jugendliche aus Einwandererfamilien sowie Jugendliche, die nicht unbedingt dem sozialen Mainstream entsprechen («who are not part of the "dominant high school popularity paradigm"»), also «geeks, freaks, or queers».

Für Boyd zeigt dieser Klassenunterschied, wie die sozialen Werte den Technologiegebrauch definieren. Boyd will aber nicht werten oder Social Networks gar verdammen. Vielmehr ist sie von deren Nutzen in der Entwicklung Jugendlicher überzeugt:

«Teens are using social network sites to build community and connect with their peers," she said. "And through it, they are showcasing all of the good, bad, and ugly of today's teen life.»

Quelle: bbc

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| Artikel drucken Drucken | 26.06.2007 09:30

Norman N on 27.06.2007 13:20

Man muss keine Studie durchführen um zu ermitteln, dass Facebook User(ein Studentenportal - College) besser ausgebildet sind als Myspace User (kein Studentenportal - Querschnitt aller Bildungsabschlüsse). Das ist ja sogar per Definition der beidne sozialen Netzwerke so.

Bestimmt hat Danah B. weit interessantere Sachen in der Studie über OSN herausgefunden.

Cesaro on 07.09.2007 14:28

ich glaube, man sollte diese plattformen (facebook, myspace) nicht anhand der ausbildung ihrer user voneinander unterscheiden, sondern hinsichtlich ihrer leitidee... die meiner meinung nach dieselbe ist, nämlich vernetzte kommunikation und unterhaltung.
abgesehen davon ist der anteil der kombinierten reichweite zwischen diesen beiden networks mit ziemlicher sicherheit groß.
wenn man auf höhere bildung, seriöse und tiefgründigere diskussionen wert legt, sind eher kleinere networks, wie zb bizzlounge von relevanz. hier besteht eine plattform, die sich wiederum in einzelne private/corporate gruppen gliedert.
aber die entwicklung des internet beinhaltet eben auch die bildung von 'netz-klassen'!

gis on 07.09.2007 14:43

@Cesaro:

"aber die entwicklung des internet beinhaltet eben auch die bildung von 'netz-klassen'!"

Interessante Aussage, über die ich nachdenken will. Andere Meinungen dazu?

savanna on 08.09.2007 15:07

ich find die Meinung von Cesaro absolut nicht schlecht. Es ist echt schwer, heute noch seiöse Plattformen zu finden, in denen offen über wichtige Themen diskutiert wird, ohne dass man sich über Blödsinnigkeiten Gedanken machen muss. Ich mein, oft will man echt mal ein interessantes thema besprechen und als antwort kommen dann irgendwelche beschimpfungen oder unprofessionelle aussagen! Soetwas passiert dann bei bizzlounge und so eher nicht, weil das viel genauer überprüft wird und die Serösität ganz oben steht.

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    Michael Gisiger, geboren 1975, ist Digital Immigrant, Marketer und Enterprise 2.0 Evangelist.

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