Fels in der Brandung?

Watching TV
Ist die Zukunft des TV doch rosiger als angenommen? (stock.xchng)

Zeitungs- und Buchverlage geraten seit einiger Zeit wegen rückläufigen Leserzahlen unter Druck. Ähnliches kann man jedoch nicht vom Fernsehen behaupten: Obwohl auch hier immer mehr Zuschauer ins Netz abwandern und dort Videos online konsumieren, wird im Schnitt immer noch sehr viel Zeit für den klassischen TV-Konsum aufgewendet. Laut Nielsen Media Research verbrachte der durchschnittliche US-Amerikaner im letzten Quartal 2008 rund 142 Stunden pro Monat mit Fernsehen. Dies entspricht einem Wachstum von fünf Stunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gemäss Mediacontrol blieb die tägliche Nutzungsdauer in Deutschland seit 2007 nahezu unverändert bei 207 Minuten (rund 103.5 Stunden im Monat).

«Besonders hohe Erlebnisqualität»

Während also der Durchschnittsamerikaner 142 Stunden pro Monat mit TV schauen verbringt, surft er gerade einmal 27 Stunden im Internet. Dass sich das Fernsehen im Vergleich zu anderen klassischen Medien wie Zeitungen und Büchern - aber auch gegenüber dem Internet - noch so gut behaupten kann, liegt wohl zu einem grossen Teil daran, dass es sich um ein rein visuelles Medium handelt. «Textorientierte Medien sind heute bei den Konsumenten nicht mehr so stark gefragt wie früher. Medien mit Bewegtbild-Inhalten liegen mittlerweile in der Nutzergunst eindeutig vorne», so Bernhard Engel von der Medienforschung des ZDF im Gespräch mit pressetext. Dies gelte genauso für klassische Medien wie das Fernsehen, als auch für neuere Ausprägungen wie das Internet. «Aus der Wahrnehmungspsychologie wissen wir, dass der Effekt von Medieninhalten umso nachhaltiger ist, je mehr Sinne beim Nutzer angesprochen werden können. Der optische Reiz einer Fernsehsendung ist in dieser Hinsicht dem gedruckten Text eindeutig überlegen», so Engel. Einige Gedanken dazu habe ich bereits hier dargelegt.

Weiter zeichnet sich das Fernsehen für den Medienforscher auch durch «eine besonders hohe Erlebnisqualität aus, die durch technische Weiterentwicklungen wie dem HD-Fernsehen noch gesteigert werden konnte.» Entscheidende Faktoren in diesem Zusammenhang seien aber auch Aktualität, Emotionalität und ein gewisses Miteinander-Gefühl, das beim TV-Publikum trotz fehlender Interaktivität entstehe. Der Zuschauer weiss, dass er nicht alleine ist: eine TV-Sendung wird von Mio. von Menschen auf der ganzen Welt gleichzeitig gesehen.

Quellen: pte, zdf, nielsen

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| Artikel drucken Drucken | 31.03.2009 09:33

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