
Studie identifiziert vier unterschiedliche Nutzertypen. (freedomlab.org)
Darüber, dass Frauen das Netz erober(te)n (Teil 1, 2, 3), gerne (online) einkaufen und mit dem Handy anders umgehen als Männer, habe ich bereits berichtet. Was aber will «der Mann» im Netz? Ausser, dass er mehr nutzergenerierte Inhalte produziert als Frauen? Die Marktforscher von comScore haben darauf nun zusammen mit den Werbern von Leo Burnett eine Antwort. Im Zuge einer gemeinsam durchgeführten Studie haben sie das Nutzungsverhalten von Männern im Web analysiert. Demnach lassen wir uns im Netz in vier verschiedene Typen unterteilen, die sich jeweils in Denk- und Handlungsweise unterscheiden. Und ja, auch im Netz gilt: Willst Du einem Mann etwas verkaufen, sprich mit seiner Frau.
Die Studie arbeitet vier Typen heraus: (1) der traditionell maskuline Mann (Retros), (2) der moderne männliche User (Metros), (3) der Machtsuchende (Powerseekers) und (4) der Beschützer (Patriarchs). Die ersten beiden Typen definieren sich hauptsächlich über ihr Verhältnis zu Frauen und weiblichen Vorstellungen, während die letzten zwei sich an Respekt und Bewunderung, die sie durch andere Männer erfahren, orientieren.
Die Medien konzentrieren sich in ihrem Männerbild hauptsächlich auf diese beiden Typen. Sie unterscheiden sich jedoch klar in ihrem Nutzungsverhalten. Der traditionell maskuline Mann verhält sich eher pragmatisch (Web Pragmatist). Er geht mit einem bestimmten Anliegen online, führt dieses durch und loggt sich wieder aus. Webspezifische Anwendungen sind für ihn eher uninteressant, er nutzt online wie offline gleiche Angebote wie TV und Radio. Der moderne männliche User dagegen fokussiert sich voll auf soziale Medien und die Pflege seines Beziehungs-Netzwerks (Social Butterfly). Auch digitalen Entertainment-Angeboten steht er aufgeschlossen gegenüber.
Laut den Autoren der Studie werden beide Gruppen geprägt von der zunehmenden weiblichen Einflussnahme und definieren sich dadurch, dass sie die neue männliche Rolle in der Gesellschaft ausfüllen oder aber ablehnen.
Anders als die ersten beiden Typen orientieren sich diese zwei weniger an weiblichen Vorstellungen, sondern definieren sich über ihre Geschlechtsgenossen. So gibt der Machtsuchende einen Grossteil seines Geldes online für Statussymbole wie Luxusgüter, Kleidung oder Reisen aus (King of Bling). Der Beschützer legt grössten Wert auf Ideale wie Familie und Glauben (Loyal Protector) und favorisiert Web-Angebote, die ihm in diesen Bereichen nutzen. Nach Neuem sucht er nicht.

Obwohl es laut der Studie keine universelle «Zielgruppe Mann» (mehr) gibt, so interessieren wir uns alle für Dinge wie Autos, Technik, Sport und - Sex. Was uns jedoch unterscheidet, ist wie leidenschaftlich wir das tun. Aber auch online gilt, was jeder gute Auto- oder sonstige Boy Toy-Verkäufer schon lange weiss: Im Grunde genommen hängen männliche Kaufentscheidungen stark davon ab, wie gross der weibliche Einfluss in ihrem Leben ist - online und im realen Leben.
Quellen: comscore, ecin
» Drucken 02.10.2008. 10:37
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