Das Evangelium nach Horx

Wissenschaft oder Kartenlegerei - die Zukunft nach Horx. (stock.xchng)
Bald ist es wieder soweit, das Zukunftsinstitut des «renommierten Trendforschers» Matthias HoaxHorx veranstaltet eine weitere Ausgabe des «Zukunftskongress». Natürlich haben Horx und Konsorten eine Reihe sozio-kultureller «Schlüsseltrends» anzubieten, so zum Beispiel, dass produktive Innovationen zu einem neuen Aufschwung führen werden, dass heute das Aufzeichnen und Verbreiten von Erlebnissen wichtiger ist als die Teilnahme selbst und dass immer mehr Menschen genug haben von der 24-Stunden-Erreichbarkeit.
Anfang des heiligen Evangeliums nach Matthias:
1. Offline-Trend: Immer mehr Menschen schalten ab und wollen keine 24 Stunden am Tag mehr erreichbar sein. Mit der zunehmenden Vernetzung steigt der Wunsch nach einer Auszeit.
2. Soft-Kapitalismus: In der globalen Krise entsteht ein neues Wertesystem. Anhand der Kondratjew-Zyklen (vgl. dazu auch dieses Buch) beschreibt Horx, welche produktiven Innovationen in Zukunft zu einem neuen Aufschwung führen werden.
3. Kreazipation: Menschen möchten sich heute nicht mehr «für eine gute Sache opfern», sie suchen nach Selbsterfahrung, Mitbestimmungsmöglichkeiten und Anerkennung.
4. Bio-Yourself: Das omnipräsente Angebot an Bio-Produkten und die steigende Anzahl an Lebensmittelskandalen sorgen bei den Konsumenten für Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Authentizität der Waren – immer mehr Menschen bauen daher ihr Essen lieber selbst an.
5. Biedermeier-Bolschewismus: Das linke Lebensgefühl kehrt zurück und paart sich mit dem Kleinbürgerlichen.
6. Ich war dabei: Nicht das Dabeisein bei einem Event steht künftig im Vordergrund, sondern vielmehr die digitale Aufzeichnung und Verbreitung des Erlebnisses.
7. Club Couture: Trotz der Sehnsucht nach einem individuellen Lebensstil wächst gleichzeitig der Wunsch nach Orientierung und Zugehörigkeit. Genau diese Lücke füllen Clubs, die eine exklusive Gemeinschaft schaffen.
8. Franchising Future: Franchiseunternehmen sind ungeachtet konjunktureller Flauten zu einem wichtigen Standbein der Wirtschaft geworden, die Zahl der Franchisenehmer wächst überdurchschnittlich.
9. Uniquability: Künftig zählen nicht mehr so sehr die Abschlüsse und Zeugnisse eines Mitarbeiters, sondern die Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit - vom Arbeitnehmer zum Selbstunternehmer.
Und das Wort ist Fleisch geworden.
Quellen: zukunfstinstitut, post
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Drucken | 27.05.2009 17:41
LD on 29.05.2009 20:00
Solange dieses Fleisch nicht unter uns wohnt, kann man die neun Thesen ja einfach stehen lassen und sich an ihnen belustigen :-)






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