Aktive Jugend im Netz
Wer macht was wo wie lange im Web 2.0? Diese Frage bewegt nicht nur die kommerzielle Forschung, sondern auch die Wissenschaft. So ist auch die seit 1998 jährlich durchgeführte JIM-Studie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information des «Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest» (mpfs) in ihrer diesjährigen Ausgabe dieser Frage nachgegangen. Den ersten Resultate zufolge erfreut sich das Web 2.0 insbesondere bei den Jugendlichen einer grossen Beliebtheit. Ein Viertel der jungen Internetuser beteiligt sich aktiv am Web 2.0 und produziert mindestens mehrmals pro Woche eigene Inhalte. Fast jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen mit Interneterfahrung trägt damit - etwa durch das Einstellen von Bildern, Videos oder Musikdateien sowie das Verfassen von Blogs - regelmässig zum Web 2.0 bei. Der Grossteil nutzt die Inhalte aber passiv.
Mehr als drei Viertel der Internetnutzer in der befragten Altersgruppe haben schon einmal etwas bei Wikipedia gesucht. Nur vier Prozent haben allerdings bisher aktiv Einträge verfasst. Ähnlich gestaltet sich das Bild bei YouTube: Hier hat zwar bereits jeder zehnte Jugendliche einmal ein Video eingestellt. Drei Fünftel nutzen die Seite aber nur passiv. Auf MySpace haben lediglich sieben Prozent der befragten Jugendlichen schon einmal einen Eintrag verfasst. Insgesamt zeige das Online-Verhalten der jungen User in punkto Informationen und Unterhaltung eher ein Nehmen als ein Geben.
Hardwareseitig wird beständig aufgerüstet
Computer und Internet sind aber ungebrochen auf dem Vormarsch. Laut JIM-Studie verfügen mehr als zwei Drittel der deutschen Jugendlichen inzwischen über einen eigenen PC oder ein Laptop. 45 Prozent können von Zuhause ins Internet gehen. Insgesamt verbringen 93 Prozent der Jugendlichen - zumindest ab und zu - Zeit im Netz. Die meisten von ihnen sind intensive Nutzer: 83 Prozent gehen mehrmals pro Woche bzw. täglich ins Internet.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk. Es werden jeweils 1'000 Jugendliche telefonisch befragt. Die Resultate der JIM für 2007 werden im November veröffentlicht. Die gesamten Resultate seit 1998 stehen online als PDF zum Download zur Verfügung.
Quellen: pte, mpfs
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Drucken | 11.10.2007 08:48
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