Permission Marketing ist Spam
Dieser Meinung sind jedenfalls mehr als vier von zehn Befragten einer Studie von MarketingSherpa und Q Interactive. Sie haben bei eigentlich legitim versandten Massenmailings wie Newslettern (Permission Marketing) den Spam-Button geklickt, weil sie von deren Inhalt gelangweilt waren. Die Studie, welche im letzten Herbst durchgeführt und kürzlich veröffentlicht wurde, untersuchte, nach welchen Kriterien Benutzer eingehende E-Mails als Spam taxieren. Eigentlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit: Nur weil jemand sein Einverständnis (Opt-in) zu einem Mailverteiler gegeben hat, ist dies noch lange kein Freipass, pausenlos irrelevante E-Mails zu versenden.
Nach wie vor an erster Stelle der Gründe, eine E-Mail als Spam zu klassifizieren, steht die Tatsache, dass der User sein Einverständnis nicht gegeben hat. Aber bereits an zweiter Stelle folgt die simple Begründung: «E-mail received was not of interest». Die weiteren Nennungen sind «erhalte zuviele E-Mails vom selben Absender», «erhalte generell zuviele E-Mails» und «empfand den Inhalt als anstössig (offensive)».

Der viel beschworene «Information Overload» führt also auch für die Versender an sich legitimer Massenmails zu einem verstärkten Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der User. Zudem landen viele echte Spam-Mails dank den immer besser werdenden Filtern gar nicht mehr in den Inboxen. Die Benutzer fangen darum offenbar an, auch bei eigentlich erwünschten Mails zu filtern.
Quellen: eMarketer
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Drucken | 21.08.2008 11:02
Richtiges Permission Marketing orientiert sich auch nicht an den gesetzlichen Mindestanforderungen. Es muss immer das Ziel sein, Werbung zu verschicken, welche für den Benutzer interessant ist. Und dafür muss man auch was tun, was über das Opt-In Prinzip geht.
LD on 21.08.2008 17:18
Wenn Werbung beim Kunden nicht ankommt, die er ohnehin nicht lesen will, ist das ja auch nicht weiter schlimm. Der Spam-Filter tritt in diesem Fall an die Stelle des Opt-Out-Verfahrens. Das ist dann wohl die natürliche Selektion der Werbung per Email.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Beitrag "Rich Media Advertising: Alte Nervensägen in neuem Gewand" bei IT-Frontal verweisen.
Es gab da doch vor ein paar Tagen ein Problem mit einem Referendum.
Könnte es evtl. sein, dass einige Leute den abonnierten Newsletter "fälschlicherweise" als Spam markiert haben, und somit auch bei anderen Abonnenten dieser nun im Spam Ordner gelandet ist? Heutige Spamfolder funktionieren ja meist auf Basis von Userfeedback.
Nur so eine Möglichkeit...
LD on 24.08.2008 01:59
Mike, Deine Überlegungen könnten sich als zutreffend erweisen. Das Referendum gegen biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten wird von einer kleinen aber aggressiven Lobby auf's Übelste torpediert. Alle, die den Newsletter abonniert haben, weil sie das Referendum unterstützen, haben ihn bestimmt nicht als Spam gekennzeichnet. Die Möglichkeit, dass mehrere Personen, diesen in böswilliger Absicht bestellt haben, um ihn nachher als Spam markieren zu können, bis die Domain auf der Blacklist landet, ist alles andere abwegig. Es wird mit harten Bandagen gekämpft.
Martin on 07.09.2008 08:34
Grundsätzlich ist das ein Problem, denn Leute, die den Spam-Button für nicht-Spam missbrauchen, schwächen so die Erkennung und das saubere Filtern von Nachrichten. Ergebnis werden jede Menge "false positives" sein.
@Martin:
Ich sehe das etwas differenzierter. Ob eine Mail nun Spam oder nicht ist, ist mit objektiven Kriterien nicht festzustellen. Deswegen kann es auch keine 100%ige „false positive“ geben. Spam ist m.E. vielmehr das, was eine Mehrzahl der User als solchen empfindet. Und wenn die Mehrzahl der Anwender einen Newsletter als Spam qualifizieren, sollte er auch in den Spamordner. Wer ihn trotzdem haben will, muss ihn dann eben auf die Whitelist setzen.


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