Babylonischer Sprachgebrauch

Fachjargon bleibt unverstanden (Wikimedia Commons)
Wer sich tagtäglich im Netz bewegt, eignet sich - wie viele andere Fachidioten auch - ein spezifisches Vokabular an, das im Alltag kaum verstanden wird. Zu diesen «Unwörtern des Internets», die kaum verstanden werden, gehören unter anderem «Tagging» oder «Semantisches Web». Aber auch der bereits in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangene Begriff des «Web 2.0» ist noch vielen unbekannt. Zu diesem Schluss kommt die Wording-Studie 2008 von eResult. Die Autoren der Studie raten daher zu transparenteren Begrifflichkeiten im Kundenverkehr.
Während sich neues Vokabular über Phänomene des Internets bei den Experten schnell durchsetzt, bleiben einzelne Begriffe vielen Nutzern ein Rätsel. So können mit dem Begriff «Web 2.0» nur 30 Prozent der befragten Internetnutzer nichts anfangen. Geradezu babylonische Sprachverwirrung erzielten spezielleren Begriffe, wie «Tagwolke», «Trackback» oder «Social Bookmarking». Diese Web 2.0-Spezialbegriffe waren für 60 bis 75 Prozent der 400 Studienteilnehmer komplett unklar.
Gefahren auch im E-Commerce
Aber auch etablierte Begriffe aus dem E-Commerce waren häufig missverständlich. So konnten 45 Prozent die oft auf Online-Shops angebotene Funktion «Direktbestellung» nicht richtig deuten. Etwa die Hälfte der Befragten brachte die Begriffe «Filtern» und «Sortieren» durcheinander.
Werden wichtige Funktionen und Anwendungen nicht verstanden, weil der jeweilige Begriff für den Nutzer nicht nachvollziehbar ist, bestehe die grosse Gefahr der Nutzlosigkeit. Allein die Bezeichnung für Funktionen kann also entscheidend den Erfolg eines Angebots beeinflussen. Anbieter sollten also die Begriffe für Funktionen immer kritisch prüfen. Sind Begriffe unklar, sollten eindeutigere Begriffe gewählt werden. Eine zusätzliche Beschreibung kann ebenfalls hilfreich sein.
Eine Kurzfassung der Studie kann hier nach einer kostenlosen Registrierung heruntergeladen werden.
Quelle: ecin
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Drucken | 25.01.2008 13:48
bugsierer on 26.01.2008 09:59
merci für den tipp.
diese zahlen überraschen mich gar nicht. im gegenteil. im realen leben sind die menschen, die z.b. den begriff web 2.0 nur halbwegs kennen, sehr rar. wenn es 30% sein sollen, dann frage ich mich: wo sind die? gehen die alle an mir vorbei? kann irgendwie nicht sein...






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