Si tacuisses*
Manchmal kriege ich die Krätze, wenn ich so sehe, was sich da so alles Kommunikations-Profi schimpft. In letzter Zeit tut sich in diesem Bereich vor allem einer hervor: Der PR-«Tausendsacha» («Weltwoche») und angehender Verleger mit einem Ständer-Problem Sacha Wigdorovits. Letzte Woche erschien in der «Weltwoche» ein sehr kritischer Artikel, der sich mit den möglichen Interessenskonflikten der SF DRS-Direktorin Deltenre befasste, die sich aus ihrer Beziehung mit Wigdorovits ergeben könnten. Offenbar ist es so, dass Sacha W. öfters einen rüden Ton pflegt, wenn es gilt, die Interessen seiner Mandanten durchzusetzen. Aber das, was Roger Köppel in der aktuellen «Weltwoche» beschreibt, ist wohl kaum mehr zu toppen:
«Den ersten Telefonanruf am Erscheinungstag des Artikels bekam der Verfasser dieses Kommentars [Köppel] weder von Deltenre noch von Walpen [SRG-Generaldirektor], sondern von Wigdorovits. In einem längeren Gespräch, das erst tags darauf geführt werden konnte, beschimpfte der aufgebrachte PR-Mann die Weltwoche mit Adjektiven, die man an dieser Stelle aus Pietätsgründen nicht wiederholen möchte. Darüber hinaus, drohte er, würde seine PR-Agentur gegen den Autor des Deltenre-Artikels [Urs Paul Engeler] recherchieren mit dem Ziel, den Journalisten anzuschwärzen.»
Und so einer nimmt auch noch Geld für PR-Arbeit? Aber ok, er war ja mal «Blick»-Chefredaktor...
*Das weitherum bekannte «si tacuisses, philosophus mansisses» (hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben - d.h. hättest du dir keine Blösse gegeben) stammt aus Boëthius' Werk «Trost der Philosophie» (II,7).
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Drucken | 27.07.2007 08:31
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