
Von den Chefs missverstandene Kommunikation. (stock.xchng)
Für eine Studie über «Interne Kommunikation im Wandel» hat die Storytelling-Agentur System und Kommunikation eine Reihe von Kommunikationsverantwortlichen deutscher Grossunternehmen über ihre Erfahrungen mit den veränderten Anforderungen und Möglichkeiten der Internen Kommunikation erzählen lassen. Mit erstaunlichem Ergebnis: viele Kommunikationschefs haben ein falsches Verständnis von der innerbetrieblichen Informationsverteilung. Viele Entscheider gehen von einem mangelnden Mitarbeiterinteresse an internen Medien aus, tatsächlich aber fühlen sich die Angestellten häufig nicht ausreichend und glaubwürdig informiert. Daraus resultiert ein Verlust an Motivation und Produktivität, der Unternehmen letztendlich viel Geld kostet. Das Problem liegt dabei weniger bei den vermittelten Informationen selbst als in der Art der Kommunikation.
Unter dem Begriff Interne Kommunikation verstehen die Verfasser der Studie «die institutionalisierte Form der (meist medial vermittelten) Äusserung im Unternehmen, die schwerpunktmässig über Entscheidungen, potenzielle Entscheidungen, Entscheidungshintergründe [...] und Entscheidungsfolgen [...] offiziell - und da [sic!] heisst letztlich, im Namen der Leitung - getätigt und gezielt verbreitet werden.» Die vergleichende, qualitative Studie will herausarbeiten, welchem Wandel und welchen Herausforderungen die Interne Kommunikation in der jüngsten Zeit ausgesetzt war.
Mitarbeiter einer Firma werden mittlerweile von einer wahren Masse an internen Informationen geradezu erdrückt und fühlen sich überfordert beim Versuch, das für sie relevante Wissen herauszufiltern (Information Overload). Informiert wird nach dem Prinzip «mehr von demselben auf immer mehr Kanälen». Dabei wäre weniger oft mehr.

Viele Verantwortliche würden zudem die Kommunikation als «Sprachrohr der Chefetage» fehl interpretieren. Statt relevante Informationen offen und ehrlich an die entsprechenden Empfänger weiterzuleiten, wird häufig mehr Wert auf eine Inszenierung des Vorstands und seiner Strategien gelegt. Dies geht allerdings zu Lasten der Glaubhaftigkeit und wirkt sich somit wiederum kontraproduktiv aus.
Quellen: s+k, ecin
» Drucken 05.09.2008. 10:25
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