«Bilder, die lügen»

Bilder, die lügenPassend zu den lügenden Pressesprechern eröffnet morgen das Museum für Kommunikation in Bern eine neue Wanderausstellung, die sich unter anderem mit dem lügenden Gegenpart der PR befasst: den Journalisten. «Bilder, die lügen» befasst sich mit dem Phänomen, dass wir alle Bilder oft ohne zu zögern als unverrückbares Abbild der Wirklichkeit akzeptieren. Wir zweifeln ihre Objektivität kaum an und glauben an ihren Wahrheitsgehalt. Aber Bilder können lügen, genau so wie Wörter. Die Ausstellung fragt also nach der Objektivität von Bildern und zeigt die Problematik der Manipulation von und mit Bildern. Anhand von über 300 Bildbeispielen aus den vergangenen rund 100 Jahren sollen die drei Grundmuster der Bildlüge offengelegt werden: Manipulation bestehender Bilder, Manipulation der Bildinterpretation (Verfälschung) und Lüge mittels gestellter Bilder.

Die Besucher erfahren unter anderem, weshalb ein Eishockeypuck nicht immer da ist, wo er zu sein scheint, und wieso eine Operationsnarbe manchmal schlimmer aussieht, als sie in Wirklichkeit ist. Es wird auch aufgedeckt, dass ein volksnaher General Guisan in der Presse nicht erwünscht war, und gezeigt, wie die Trikotwerbung der BSC Young Boys Bildredaktoren zum Tipp-Ex greifen liess. Die Sonderausstellung zeige, wie Bildquellen kritisch hinterfragt und interpretiert werden könnten, heisst es in den Unterlagen zur Ausstellung. Sie hegt zudem den Anspruch, Machtverhältnisse hinter Bildern aufzudecken und die Absichten und Auswirkungen von «Bildlügen» zu entlarven.

Blick: Luxor
Ein bekanntes Beispiel für die Manipulation durch Farbveränderungen: «Blick»-Foto von Luxor (Attentat auf Touristen am Tempel der Hatschepsut vom 17.11.1997), wo die Farbänderung aus einer Wasser- eine Blutlache machte. Weitere einrückliche Beispiele hier bei rhetorik.ch.

Die Wanderausstellung wurde von der Stiftung «Haus der Geschichte» der Bundesrepublik Deutschland entwickelt und mit Unterstützung der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung realisiert. Für die Präsentation im Museum für Kommunikation wurde sie mit Schweizer Beispielen erweitert. Die Vernissage findet heute ab 18 Uhr statt.

Quelle: kleinreport

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| Artikel drucken Drucken | 18.10.2007 09:50

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