Zukunftsträchtiger Journalismus
Inmitten all der düsteren Voraussagen über die Zukunft der bedrohten Profession findet der freie Journalist und Online-Medien-Experte Mark Glaser auf dem Blog «Mediashift» zehn Gründe, die dem Journalismus eine rosige Zukunft voraussagen. Zwar sei noch eine Reihe an ethischen und technologischen Hürden zu überwinden, alles in allem brauchen aber Medien - allen voran die klassischen - und ihre Mitarbeiter laut Glaser nicht um ihre Zukunft bangen, wenn sie ausreichend Anpassungsfähigkeit und Flexibilität an den Tag legen.
Der durch Technologieentwicklung und das Internet herbeigeführte Umbruch bringt vor allem eines: Mehr Zugang zu Journalismus und zwar auf einer globalen Ebene. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Inhalte aus TV, Radio oder Printmedien handelt. Das Internet hebt die einstige Beschränkung auf lokale Medien auf. RSS-Feeds, Google News etc. machen den Medienkonsum individueller. Ein weiterer Grund für eine positive Entwicklung des Journalismus sieht Glaser in Blogs. «Es gibt mehr Überprüfer von Fakten denn je in der Geschichte des Journalismus», so Glaser. Blogs sorgen nach Ansicht Glasers auch für mehr Transparenz: «Mehr Stimmen sind Teil der Nachrichtenkommunikation. Während man früher bei einem Mainstream-Medium tätig sein musste, um seine Meinung publik zu machen, bestimmen heute zahlreiche Blogger und Onlinejournalisten mit, über was berichtet wird.»
Auch finanziell kein Problem
Auch finanziell bedeutet die digitale Revolution für die Medien nicht gerade den Untergang, ist Glaser überzeugt. Die Klagen der klassischen Medienindustrie über schrumpfende Werbeeinnahmen bedeuten nicht, dass die Einnahmen komplett wegfallen. Vielmehr könnte es passieren, dass die Medienkonzentration abgeschwächt wird und sich ein grosser Teil der Einnahmen an viele kleine, unabhängige Internetseiten verteilt, anstatt an die grossen Medienkonglomerate. Das Wachstum der Werbeeinnahmen in Onlinemedium wächst weiterhin rasant und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.
Die schreibende Zunft in unseren Breiten täte gut daran, auf Glaser - dessen Blog übrigens bei PBS, dem Öffentlich-Rechtlichen in den USA erscheint - zu hören. Aber hierzulande hört man nur solchen Mist wie: «Es gibt zwar unterschiedliche Formen von Blogs, mit Journalismus haben viele unter ihnen aber nichts zu tun», sagt Hendrik Zörner, Sprecher des DJV. Man hat es sich ja so bequem eingerichtet auf dem hohen Ross - da kann es doch nicht sein, dass da plötzlich jeder daherkommt und meint, er könne schreiben.
Quelle: pte
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Drucken | 05.07.2007 10:41
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