Leserreporter in der Schweiz

WPLightning
Wird es der 75-Franken-Shot? (16vor.de)

Wie persoenlich.com kürzlich berichtete, legte im letzten Herbst ein Student des Bereichs Wirtschaftskommunikation an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern eine Diplomarbeit über das Verhältnis der Schweizer Medien zum Bürgerjournalismus vor. Der Autor kommt darin zum Schluss, dass Citizen Journalism in der Schweiz zunehmend an Bedeutung gewinnt: Immer mehr Regionalzeitungen springen auf den Leserreporter-Zug auf, welchen das Boulevardblatt «Blick» und die Pendlerzeitung «20 Minuten» ins Rollen gebracht haben. Die Schweizer Medien bauen also Bürgerjournalismus vermehrt in ihr journalistisches Konzept ein.

Adrian Müller, der Verfasser der Arbeit, führte neun qualitative Interviews mit den zuständigen Medienschaffenden von «20 Minuten», «Blick», dem Schweizer Fernsehen und anderen durch und beleuchtete zahlreiche Beispiele. Während die einen bekanntlich die vermehrte Einbindung der Leser für eine Bedrohung des Qualitätsjournalismus halten, sehen andere darin eine Entwicklung mit grossen Perspektiven.

media ecosystem
Das neue Medien-Ökosystem (Diplomarbeit)

Potenzial nach oben offen

Demnach erschliesst der Citizen Journalism neue, wertvolle Quellen und verstärkt die Leserbindung. Die Leser können sich bislang aber fast nur mit Bildern an der Berichterstattung beteiligen. Textbeiträge sind eher selten. Für die Bürgerjournalisten selbst ist die Publikation ihrer Bilder wichtiger als die Bezahlung. Durchschnittlich erhalten die Leserreporter pro Beitrag etwa 75 Franken von den Medien. Für diese ist Citizen Journalism ein Instrument der Quellengewinnung und Leserbindung, welches sie sehr ernst nehmen und als zukunftsträchtig ansehen, jedoch meist noch zu wenig bewerben. Noch ist laut Studie die Partizipation der Leser am Inhalt einer Publikation ein grosses Experimentierfeld - dessen Potenzial nach oben offen ist.

Gemeinsam mit dieser Arbeit hier am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Bern, die sich vor allem mit den aktiven Leserreportern und deren Motiven auseinandergesetzt hat, zeichnet sich damit ein immer genaueres Bild des aktuellen Stands des Citizen Journlism in diesem Land.

Die 73-seitige, mit der Bestnote bewertete Diplomarbeit kann übrigens hier als PDF (2.2 MB) heruntergeladen werden.

Quelle: persoenlich

Tags:

| Artikel drucken Drucken | 14.01.2008 17:02

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben

:

:

:

Verwandte Artikel

    Kampagne

    Werbung

    LinkLift

    Über das Wortgefecht

    Dieser Blog befasst sich seit Februar 2007 schwerpunktmässig mit sozialen Medien (Social Media) und ihrem Einfluss auf die Welt des Marketings, der Public Relations und der traditionellen Medien. Daneben finden sich auch Beiträge rund um das Internet, über Open Source und Kommunikations-wissenschaft.

    » Blog-Portrait bei t3n.de

    Das Wortgefecht unterstützen

    Community


    » Das Wortgefecht auf Facebook


    » Folge dem Wortgefecht auf Twitter

    Abonnieren

    RSS-Feed abonnierenBleiben Sie auf dem Laufenden! Abonnieren Sie das Wortgefecht als RSS-Feed oder täglichen Newsletter.

    Auf Wortgefecht werben

    Sie möchten auf dem Wortgefecht werben? Gerne stellen wir Ihnen unsere Werbeformate näher vor.

    » Weiterlesen

    Die Agentur

    Wortgefecht - Agentur für soziale MedienUnabhängige Beratung 2.0 - Kommunikation im Social Web für KMU, NGO und Selbständig-erwerbende.

    » Weiterlesen

    Das Wiki

    Wortgefecht-WikiDas Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.

    » Weiterlesen

    Der Autor

    Michael Gisiger, geboren 1975, ist Digital Immigrant, Marketer und Social Media Evangelist.

    » Weiterlesen

    Sponsored Links:  Gormiti |  Prepaid Mobilfunk-Discounter |  Blau.de Mobilfunk-Discounter |  Flyer drucken. | 
    Computer & Internet | Business & Karriere | Marketing & PR | SEO & SEM | Social Media