Journalismus in den USA

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Todd Oppenheimer, Autor und preisgekrönter Journalist, hat sich kürzlich in der «San Francisco Chronicle» mit der Frage befasst, wie es um den Journalismus in den USA im Zeitalter der Dominanz des Internes steht. Als Aufhänger dienen ihm dabei drei jüngst erschiene Bücher zum Thema.

2004 sorgte ein TV-Bericht über ein neues Medikamenten-Gesetz in den USA für grosses Aufsehen. Der Bericht war, wie sich im Nachhinein herausstellte, von einer PR-Agentur im Auftrag der Regierung Bush produziert worden, um der Gesundheitspolitik der Regierung Aufwind zu verschaffen. Nachdem die Details bekannt wurden, entschuldigten sich sowohl die Regierung wie die PR-Agentur öffentlich für diesen Lapsus. Nur die unzähligen TV-Stationen, die den Bericht kritiklos ausstrahlten, entschuldigten sich nicht. Im Gegenteil, sie machten alle anderen Beteiligten für das Debakel verantwortlich und strahlten seither munter weiter zur Verfügung gestelltes Material aus, ohne sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

«Is it any wonder, then, that an increasing number of people have turned to the wilds of the Internet -- both to consume and to produce material they consider more interesting, and sometimes more reliable, than what can be found in the rancid ruins of old media?»

Selbstmord der etablierten Medien

Für Oppenheimer ist diese Entwicklung der langsame Selbstmord eines «cultural grandfather», der gleichzeitig verdrängt wird von einem «energetic, out-of-control adolescent». Mit genau dieser Entwicklung befassen sich auch drei kürzlich erschienene Bücher. Es sind dies «American Carnival: Journalism Under Siege in an Age of New Media» von Neil Henry, «We're All Journalists Now: The Transformation of the Press and Reshaping of the Law in the Internet Age» von Scott Gant und «The Cult of the Amateur: How Today's Internet Is Killing Our Culture» von Andrew Keen. Letzteres habe ich übrigens bereits hier bereits kurz besprochen.

«Together, these books raise vital questions -- and ignore others that are just as central. Coincidentally, each book squats on a different corner of the ideological triangle that has defined the debate over the future of news. Keen takes one side, angrily lambasting today's online "citizen journalists"; Gant takes the opposite corner, extolling these amateurs; and Henry takes the middle corner floating gracefully above the two others, and not just because he has staked out the middle ground.»

Neue Gatekeeper braucht das Land?

Oppenheimers gut geschriebene Kritik dieser drei Bücher beziehungsweise des Journalismus in den USA mündet in einem - mir völlig unverständlichen - Ruf nach einer neuen Form der Gatekeeper. Aber vielleicht ist das wirklich eine Generationenfrage:

«It turns out there are huge job opportunities in tomorrow's news operations. [...] The real unfilled need in new media is for editors. In the digital age, the biggest challenge, for everyone, is to keep up with all the news and other information coming at us online. Above all other industries, the media urgently needs teams of people who can manage today's growing information deluge -- people who can assess the material's worth, synthesize it and turn it into something you and I want to read.»

Oppenheimer selber ist eben auch nur ein pessimistischer Kritiker der Neuen Medien, wie sein vielbeachtetes Essay «The Computer Delusion» von 1997 und sein 2003 erschienenes Buch «The Flickering Mind: The False Promise of Technology in the Classroom and How Learning Can Be Saved» zeigen.

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| Artikel drucken Drucken | 04.07.2007 13:37

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