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(Bürger-)Journalismus in Afrika

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Auch in Afrika kämpfen die Medien mit dem Internet. (stock.xchng)

Der Bürgerjournalismus steht aktuell im Zusammenhang mit den Wahlen in den USA wieder einmal im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Die hiesigen Mainstream-Medien berichten über Seiten wie die «Huffington Post» und deren Einfluss auf die us-amerikanische Politik. Mit dem Thema (Bürger-)Journalismus ist es, wie mit vielen anderen auch: Es herrscht eine eurozentristische Weltsicht vor, was ausserhalb des westlichen Kulturkreises passiert, ist nicht von Interesse. Und wenn, dann wird vielleicht am Rande erwähnt, dass es zum Beispiel in Südkorea mit den OhmyNews eine vielbesuchte Seite gibt. Selten bis nie erscheint in dieser Hinsicht jedoch Afrika auf dem Radar der Medien.

Seit zwölf Jahren findet im südafrikanischen Grahamstown die panafrikanische Medienkonferenz «Highway Africa» statt. Organisiert wird sie von der in Grahamstown ansässigen Rhodes University. Das Thema der diesjährigen Konferenz lautete «Citizen Journalism, Journalism for Citizens». Dabei ging es sowohl um den rapiden technischen Wandel in der Medienbranche, aber ebenso um Themen der Pressefreiheit und des demokratischen Zugriffs des Bürgers zu den Medien. Der Begriff Citizen Journalism enthält im Verständnis der Organisatoren die Erwartung, dass jeder Bürger ein Recht hat, sich interaktiv an den Medien zu beteiligen.

Über die Konferenz wurde in den deutschsprachigen Medien nicht berichtet. Einzig die in Namibia ansässige deutschsprachige «Allgemeine Zeitung» widmete ihr drei Berichte [1, 2, 3], auf die ich mich hier hauptsächlich stütze. Daneben ist begleitend zur Konferenz auch ein Blog online.

Rapider technologischer Wandel

Unter den auch bei uns bekannten Speaker der Konferenz befanden sich Dan Gillmor, Verfasser des Buchs «We The Media», und Adam Clayton Powell III. Beide schreiben unter anderem auch für Online Journalism Review. Beide berichteten davon, dass die Ausbreitung und die Verästelung der interaktiven Nachrichtenvermittlung über das Internet mit ständig erweiterter elektronischer Kapazität und neuen Verbindungsgeräten in den USA zum Sterben vieler Provinzzeitungen geführt. Gillmor und Powell sagten voraus, in diesem Jahr würden deswegen 4'500 Journalisten den herkömmlichen Beruf verlassen oder umsatteln. Trotzdem sehen beide auch positive Seiten dieser Entwicklung. Den sprunghaften Anstieg der elektronischen Daten- und Kommunikationskapazität drückte Powell in einem Vergleich so aus aus:

Die Höhlenmalerei war das erste Beispiel des 'Citizen Journalism'. Das neuste Mobiltelefon in deiner Hand verfügt heute über mehr Kraft als die Computer, die die Mondexpedition gesteuert haben.

WM 2010 vor Augen

Der südafrikanische Vizeminister für Kommunikation, Roy Padayachie, eröffnete die Konferenz. Er sah in den Medien Afrikas die «Speerspitze», dem Kontinent zur digitalen Neuerung zu verhelfen und sprach Probleme der Infrastruktur an. So ist zum Beispiel die Kabelverbindung Europas mit Afrika schon über hundert Jahre alt. Bis 2015 wird jedoch ein neues optisches Unterseekabel von Europa bis ans Kap der Guten Hoffnung und von dort weiter um den Kontinent herum nach Ostafrika verlegt.

Am zweiten Tag bestimmte die Angst vor Fremdenhass gegenüber Besuchern der WM 2010 die Diskussionen. Die Delegierten des staatlichen südafrikanischen Rundfunks SABC bemühten sich dabei, die Wogen zu glätten, die die Ausschreitungen der letzten Zeit aufgeworfen hatten. Die Ausschreitungen fanden just in den Armutsvierteln jener Grossstädte statt, die Spiele der WM 2010 durchführen. Die SABC ist die mit allen Senderechten ausgestatte Anstalt der WM 2010, mit denen alle anderen internationalen Sender kooperieren müssen.

Quellen: az, highway africa

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» Drucken 16.09.2008. 11:29

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