Besser gleich im Bett bleiben

Wie es scheint, geht es nicht nur den Gatekeepern an den Kragen, sondern auch den Paparazzi:

Für den bekannten Paparazzo Hans Paul befindet sich das Geschäft mit den Schnappschüssen prominenter Persönlichkeiten in der Krise. «Für ein Bild von Thomas Gottschalk oder Paris Hilton stehe ich jedenfalls nicht mehr auf», schilderte der 52-jährige Fotoreporter der Nachrichtenagentur dpa [...] Der Konkurrenzdruck unter den Paparazzi sei schlicht zu groß, die Honorare befänden sich im freien Fall - auch, weil immer mehr Fotografen-Laien ihre Bilder zu vermarkten wüssten. In letzter Zeit machen die Leserreporter mit ihren Fotohandys den Profis die Erlöse streitig. Zeitungen honorieren Gelegenheitsschüsse von Lesern, in Webportalen verbreiten sich Bilder und Videos blitzschnell um den Erdball, wie sich bei der Hinrichtung des irakischen Ex-Despoten Hussein zeigte. Die Folge: Mit dem täglichen Geschäft, ist nichts mehr zu verdienen, wie Paul beklagt. Immer mehr Fans und Autogrammsammler verkauften ihre Schnappschüsse an die Boulevardpresse. «Das spüren wir Paparazzi, keine Frage», sagt Paul. (Quelle: Netzeitung)

Ach herrje, nach den Journalisten erwischt es nun auch die Aasgeier im Business. Wir alle fühlen mit und rufen sogleich nach staatlicher Intervention. Spass beiseite: Die Welt verändert sich und mit ihr auch die Gesetzmässigkeiten der Medienbranche. Wir bewegen uns hin zu einer Aufmerksamkeitsökonomie - die Technik macht es eben möglich, dass nun nicht mehr nur ein verschworener Zirkel schwangere Promis ablichten kann. Wen das stört, der hat verloren und bleibt in der Tat wirklich besser im Bett.

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| Artikel drucken Drucken | 21.02.2007 14:36

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