Ohne Wissen keine Kreativität

Thinking Girl

Kreativität wird oft als Eigenschaft gesehen, die man in hohem oder geringem Ausmass besitzt. Sie ist jedoch auch ein Prozess, an dem man gezielt arbeiten kann. Zu diesem Schluss kommt Lassi Liikkanen vom Institut für Informationstechnik in Helsinki in seiner Dissertation (Liikkanen (2010): Design Cognition for Conceptual Design): Neue Ideen entstehen durch die Verarbeitung von gespeicherter Information und durch deren Neukombination. Wer sich mehr Hintergrundwissen über ein Thema verschafft und seine Gedankenprozesse zu optimieren versucht, kommt zu neuen Ergebnissen.

Liikkanen untersuchte in Experimenten, wie neue Ideen entstehen. Dazu analysierte er die Entwicklung von Produktinnovationen von Studenten. Als erste Voraussetzung stellte sich dabei der Wissenserwerb und das Lernen von anderen heraus, als zweite die Anstrengung. Bei der Ideengenerierung gilt also wie sonst auch, dass mehr Arbeit zu mehr Ergebnissen führt, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit guter Ergebnisse steigt. Als dritten Faktor erkannte der Forscher die Kenntnis effektiver Herangehensweisen zur Schaffung neuer Ideen.

Studying Design Thinking

Empfohlene Kreativitätstechniken

Fünf Methoden dazu sieht er als die zielführendsten an:

Aber: Die Methoden sind für verschiedene Aufgaben ausgelegt und benötigten eine genaue Kenntnis, damit sie systematisch genutzt die Gedankenfindung auch tatsächlich verbessern können.

Wider festgefahrene Ideen

Die verschiedenen Herangehensweisen haben laut Liikkanen gemeinsam, dass sie den Gedanken überwinden, dass es für ein Problem nur eine einzige Lösung gäbe. Dieses Denken verhindert schlicht Innovationen. Noch keine Garantie für neue Gedanken, jedoch eine wichtige Vorbedingung sei die Fähigkeit, Unsicherheiten zu ertragen. Wichtig sei auch, den Lebenslauf einer Idee nicht bei ihrer Findung zu begrenzen. Gute Ideen müssten verstärkt und weiterverfolgt werden. Erst wenn Ideen umgesetzt würden, könnten sie zur Erfindung oder Innovation werden.

Quellen: hiit, pte

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| Artikel drucken Drucken | 31.03.2010 17:36

Philipp on 06.04.2010 15:48

Danke für die Aufklärung. Vor allem Brainstorming auch in einer Gruppe finde ich persönlich als ziemlich Produktiv. Wenn auch jeder mitmacht.

Claudio on 15.07.2010 17:45

Ist ein Interessanter Bericht.
Nur muss ich auch sagen, dass das schaffen neuer Ideen für mich nicht unbedingt zur Kreativität gehört. Sondern vieleicht auch mit Logischem Denkvermögen, was so ziemlichein gegensatz ist.
Grosses Wissen = Grosse Kreativität stimme ich nicht zu. Das wissen eines 4 jährigen ist doch sehr beschränkt, die Kreativität eines solchen Jungen ist jedoch 100%ig um ein vielfaches grösser, als das eines Erwachsenen.

Andy on 15.05.2011 23:15

Die Erkenntnis der Arbeit würde ich als banal bezeichnen und hoffe, der Artikel hat einiges unterschlagen. Savants Wissen viel, viele Fakten, verfügen aber oft nicht über Fähigkeiten der Kognition, da sie diese nicht emotional verknüpfen können. Kinder dagegen denken bereits nach vererbten Methoden und verlernen diese erst durch das Vorbild der Erwachsenen. Denn diese haben staunen, respektloses fragen und teilweise den emotionalen Bezug zu den Dingen, die sie umgeben verlernt.

Aber falls die Arbeit korrekt wiedergegeben wurde empfehle ich Malik: Gefährliche Managementwörter, wo er schreibt, das Wissensmanagement zwischen der beiden Ohren passiert. Klar wenn es hier eine Konditionierung gibt, wird das Ergebnis entsprechend beeinflusst sein. Da hilft weder Brainstorming noch bunte "Denk-"Hüte.

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