Folien des Bösen

Marketing Lingo

Aus aktuellem Anlass - ich werde am Freitag in München eine Studie präsentieren - habe ich mir gestern Sonntag wieder einmal einige Gedanken gemacht zum Thema PowerPoint (oder Keynote, OO Impress und wie sie alle heissen) und Präsentationen allgemein. Irgendwie werde ich einfach den Eindruck nicht los, dass für den modernen Folienkrieger das WIE oftmals um ein Vielfaches wichtiger ist als das WAS. Nehmen wir doch eine typische Präsentation: Eine überladene Folie jagt die nächste, Horrorsätze mit Anglizismen und Abkürzungen stehen auf den Slides. Das Publikum ermüdet bereits nach wenigen Minuten und freut sich, dass es im Anschluss einen identischen Ausdruck des Vortrags als Handreichung bekommt.

Informationen verbunden mit nichtssagendem Fachjargon fliegen von links nach rechts auf die Leinwand. Der Vortragende - genauer der Vorlesende - steht irgendwo abseits mit einem Laserpointer und versucht damit die ermüdeten Augen der Zuhörer noch irgendwie zu lenken. Zeile für Zeile wird nochmals vorgelesen. Das haben wir alle schon zig-fach erlebt. Ich erinnere mich, irgendwo einmal von einer Studie gelesen zu haben, wonach 80 Prozent der Befragten die letzten PowerPoint-Präsentationen, die Sie gesehen haben, entweder langweilig oder sogar einschläfernd fanden. Death by PowerPoint, sozusagen. Mittlerweile sogar als Buch erhältlich.

Einfache Abhilfe - oder doch nicht?

Dabei wäre es so einfach: KISS - keep it simple and stupid. Der Vortrag und die Präsentation muss besser sein als die Slides alleine. Das Publikum muss mehr vom Vortragenden wissen wollen, als auf der Leinwand steht. Am einfachsten erreicht man dies durch einfache Botschaften, die die Zuhörer auf der emotionalen Ebene abholen und neugierig machen.

Könnte. Wenn es nur nicht so verdammt schwierig wäre, diese emotionalen Botschaften überhaupt aus den üblicherweise trockenen Inhalten herauszuschälen...

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| Artikel drucken Drucken | 25.02.2008 12:25

LD on 25.02.2008 13:54

Das Beispiel von Alexei Kapterev illustriert wunderbar den ganz normalen PowerPoint-Terror. Inhaltlich mag zwar alles schön und richtig sein, aber mit den 61 Seiten hält er sich selber nicht an die eigenen Vorgaben und torpediert damit seine Aussagen gleich selber. 12 Seiten hätten sicherlich auch gereicht.

Die meisten Zeitgenossen machen den Fehler, alle ihre Botschaften bis ins letzte Detail auf den Slides festhalten zu wollen, anstatt PowerPoint als "Fremdenführer" zur Unterstützung des Referates und zur Visualisierung und Emotionalisierung der Kernpunkte zu gebrauchen. So verkommt auch der beste Vortrag zur langweiligen Vorlesung. Das erspart immerhin den Gang zur Apotheke für ein Pack Valium.

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