Twitter im B2C- und B2B-Umfeld

Nicht nur KMU nutzen derzeit nur zu einem geringen Teil ihre Chancen mit Social Media: So hat sich Twitter zum Beispiel bei den weltgrössten Konzernen bisher nur schleppend etabliert. Erst gut ein Drittel der Fortune 500-Unternehmen nutzt die Mikroblogging-Seite aktiv zur Pflege von Kundenbeziehungen und Marketingzwecken (Society for New Communications Research (SNCR): "The Fortune 500 and Social Media"). Immerhin ist Twitter bei diesen Unternehmen die erste Wahl und der schnellst wachsende Social-Media-Kanal. Zwar wächst auch die Nutzung von Blogs, Online-Videos und Podcasts. Generell verzeichnen soziale Medien bei den Konzernen anders als bei Kunden und Usern aber nur eine langsame Verbreitung.
Versicherer an der Spitze
Erst 35 Prozent der Kommunikationsabteilungen in den Konzernen unterhielten 2009 einen aktiven Twitter-Account mit mehr als einer versendeten Nachricht pro Monat. Nur 22 Prozent der Fortune-500-Betriebe führen Corporate Blogs zur Veröffentlichung von Nachrichten. Knapp ein Drittel davon bietet Video-Blogs an - ein zehnprozentiger Anstieg gegenüber 2008. Podcasts verbreiten sich bei den Firmen mit plus drei auf rund 19 Prozent vergleichsweise langsam.
Die anteilsmässig meisten Twitter-Accounts sind den SNCR-Angaben zufolge der Versicherungsbranche, gefolgt von der Nahrungsmittelindustrie zuzurechnen. Unter den Top-100-Unternehmen steigt die Häufigkeit der Nutzerkonten sogar auf 47 Prozent. Sowohl intern als auch in der externen Kommunikation werden Social Media immer stärker in Firmen integriert. Blogs, Online-Videos, Plattformen wie Twitter, Podcasts oder andere neue Kommunikationskanäle dürften daher künftig noch stärker zum Einsatz kommen.
Twitter als B2C- und B2B-Plattform
Der Bereich Social Media gewinnt in der Geschäftswelt stetig an Bedeutung. Gerade Twitter bietet sich als B2B- wie auch als B2C-Plattform an. Sie eignet sich nicht nur zur Kontaktpflege. Indem viele Unternehmen auf Anfragen von Kunden antworten können,ist es möglich, Kundenkritik in die Entwicklung neuer Produkte einfliessen zu lassen.

Aber die Attraktivität und Relevanz der auf Twitter eingestellten Beiträge ist ausschlaggebend für hohe Reichweiten. Wie eine Analyse des Beratungsunternehmens Absolit in Kooperation mit dem Verband der deutschen Internetwirtschaft eco festgestellt hat, erreichen US-Unternehmen im Schnitt hundertmal mehr Sichtkontakte als die internationale Konkurrenz (Torsten Schwarz: "Twitter-Strategien deutscher Unternehmen"). Die Studie empfiehlt "Klasse statt Masse": Spitzenreiter Lufthansa pflegt den Dialog mit den Followern, statt sich wie die auf die unteren Plätze verwiesene Konkurrenz (Google, Messe Frankfurt) auf die automatisierte Publikation von Nachrichten zu beschränken. Firmen wie der US-Kabelanbieter Comcast geben hingegen täglich zwanzig differenzierte Antworten auf Kundenfragen. Otto, eBay, Kodak und Vodafone sind in der Bundesrepublik die Vorreiter beim Einsatz von Twitter als Medium, mit dem sich gezielt Kundendialoge führen lassen. Das zeigt sich vor allem bei Otto. Fast 90 Prozent der Twitter-Inhalte des Versandhauses bestehen aus Antworten auf Fragen von Twitter-Nutzern.
Quellen: sncr, absolit, pte
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Drucken | 23.03.2010 21:39
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