Social Media im Wahlkampf
Über den erfolgreichen Einsatz sozialer Medien in der Kampagne von Barack Obama wurde bereits viel geschrieben. Aber wirklich ernst genommen wurde das Phänomen in Europa noch nicht - es gab noch keinen Wahlkampf und keine Kampagne, bei der Social Media konsequent eingesetzt wurden. Im Juni nun wählen die Briten ihr Parlament neu, und offenbar haben die Politiker auf der Insel die ichtigkeit von Social Media erkannt. Twitter, Facebook und Co. werden genauso wie Blogs als wichtige Faktoren für die Wahlentscheidung und als nützliche Stimmungsbarometer angesehen (BBC News).
Nun stellt sich natürlich die Frage nach der Messbarkeit dieser Kanäle. Abhilfe schaffen will hier die Agentur Yomego, die "Social Media Reputation Scores" (SMR) entwickelt hat. SMR sollen die Popularität im Web messen. Aktuell liegt der amtierende Premierminister Gordon Brown mit einem SMR von 68.2 von 100 knapp hinter dem Kandidaten der Liberal-Demokraten Nick Clegg mit 68.49. Der konservative Kandidat David Cameron ist im Web mit 58.98 Punkten klar abgeschlagen. Die Bewertungsmethode hinter den SMRs ist simpel: So wird auf der einen Seite ausgewertet wieviel über eine Person im Web gesprochen wird, auf der anderen Seite wird bewertet ob es sich dabei um positive oder negative Aussagen handelt. Daraus ergibt sich das Gesamtergebnis eines Kandidaten.
Wer die politische Landschaft und die Stärkeverhältnisse in Grossbritannien kennt, erkennt wohl sofort, wo hier die Schwäche liegt: Das Web bildet noch lange nicht den Durchschnitt der gesamten Bevölkerung ab. Zudem hängen solche Bewertungen immer auch von der tagesaktuellen medialen Berichterstattung ab: So sind erst kürzlich die Bewertungen von David Cameron angestiegen, nachdem die Schwangerschaft seiner Frau bekannt geworden war. Als Trendanzeige ist ein solcher Ansatz aber sicherlich von Nutzen.
Quellen: bbc, pte
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Drucken | 30.03.2010 17:35
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