Social Media: Aus der Nische in die Nische?

Zumindest für die Werbeindustrie sind Social Media trotz des Hypes nur ein Nischenthema. Ihr Anteil am digitalen Werbemarkt beträgt gerade einmal 5.5 Prozent (eMarketer). Die Branche reagiert also ähnlich unflexibel wie alle anderen auch auf die Herausforderung Social Media. Anders sieht es hingegen bei den - horribile dictu - Journalisten aus. Zumindest in den USA haben sich bei ihnen Social Media als Recherchequelle etabliert.
Schon seit mehreren Jahren wird über die Problematik von Social Networks als Werbeumfeld diskutiert, doch eine Lösung scheint nach wie vor nicht gefunden, wie die oben genannte Zahl belegt. Dass die Werbung im Social Media-Umfeld noch immer nicht richtig in Schwung gekommen ist, hängt unter anderem damit zusammen, dass das Umdenken auf Marketer-Seite eher langsam geschieht. Das klassische Werbedenken ist halt nach wie vor weit verbreitet. Die Werbetreibenden haben noch nicht verstanden, dass Social Networking kein klassischer Kanal ist und dass sie viel dialogischer vorgehen müssen.
Das ist auch nötig, schliesslich macht eine Anzeige auf Facebook noch keine Kampagne. Dass aber der Anteil am Werbemarkt noch immer so tief ist, führt die Untersuchung von eMarketer auch darauf zurück, dass das einst so pouläre Netzwerk MySpace weiter auf Talfahrt befindet. Dieser Sturz reisse die Spendings gewissermassen mit in die Tiefe.
Twitter und Facebook Alltag bei Journalisten

Twitter, Facebook und Co. haben sich mittlerweile hingegen fest im Arbeitsalltag von Journalisten - sowohl print wie online - etabliert. Die meisten von ihnen nutzen heute in irgendeiner Weise Social Media zu Recherchezwecken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der George Washington University (PDF), wonach 56 Prozent der Journalisten Social Media als wichtig für die Produktion ihrer Artikel einstufen. 84 Prozent sind beim Einsatz von Informationen aus Social-Media-Quellen jedoch gleichzeitig eher vorsichtig, weil diese als weniger vertrauenswürdig als traditionelle Quellen eingestuft werden.

Fast alle Nutzen dabei Google, 61 Prozent setzen Wikipedia ein. Ein Blick auf die verschiedenen Social Media Bereiche zeigt, dass Blogs ebenfalls hoch im Kurs stehen - 89 Prozent der Journalisten machen Gebrauch davon. 96 Prozent lesen auf Unternehmenswebseiten nach. Seiten wie Facebook oder LinkedIn finden immerhin schon bei rund zwei Dritteln Verwendung. 50 Prozent nutzen Twitter.
Selbe Bedeutungshöhe wie PR

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Bedeutung von Social Media für die journalistische Recherche inzwischen gleich auf mit der Bedeutung von PR-Informationen ist. 44 Prozent der Journalisten nutzen PR-Profis für Interviews und Zugang zu Experten und Quellen.

Buchempfehlungen
Quellen: eMarketer, pte, cnet
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Drucken | 17.02.2010 18:54
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