Politik im Netz spricht Wähler nicht an
Während in unseren Breiten die Politik und allen voran die Wahlkämpfe noch kaum in den sozialen Medien präsent sind, sieht die Situation im angelsächsischen Raum etwas anders aus. Von Obamas geschickter Social Media Kampagne bis hin zu den in England entwickelten "Social Media Reputation Scores" (SMR) bewegt sich viel. Aber zumindest in England müssen sich die Politiker, die auch im Internet immer präsenter sind, einer anderen Frage stellen: Offenbar gehen die Online-Kampagnen am Wählerinteresse vorbei. Wie eine aktuelle britische Studie des National Endowment for Science, Technology and the Arts (NESTA) zeigt, herrscht ein Graben zwischen dem, was die Wähler wollen, und dem, was sie von den Parteien bekommen.
79 Prozent der Befragten konnten sich an keinen Content, der von den Parteien online verbreitet wurde, erinnern - egal ob es sich um Werbung, Webseiten oder E-Mails handelte, berichtet BBC News. Zudem sagten 40 Prozent, sie wünschten sich mehr Online-Interaktion (sic! Wo sonst als in den sozialen Medien könnte man den Dialog pflegen?) mit den Parteien. Und: 25 Prozent der befragten Wähler zeigen sich gleichzeitig jedoch vollkommen unbeeindruckt von der Art und Weise, wie die Politik das Web einsetzt.
Noch ein Argument für Social Media: Die Jungen
Aber die Zahl jener, die daran interessiert sind, sich online mit den Parteien auseinander zu setzen, ist laut der Umfrage bei der jungen Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen inzwischen auf 60 Prozent gestiegen. Ich halte fest: Das Interesse, sich online mit Politik auseinander zu setzen ist bei den 18- bis 24-jährigen besonders gross und allgemein wünschen sich die Menschen mehr Online-Interaktion mit der Politik. Wer sieht hier keine Chancen? Eben. Vielleicht behält ja dieser Artikel hier recht und es ist wirklich "the last old-media election" ...
Zur Situation im aktuellen Wahlkampf in Grossbritannien empfehle ich diesen Artikel hier in der April-Ausgabe von "Wired". James Crabtree berichtet darin über die Online-Aktivitäten des konservativen Kandidaten David Cameron.
Quellen: bbc, pte
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Drucken | 27.04.2010 12:14
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