Google und die Freeconomy

Gratis heisst eben nicht minderwertig. (Geek & Poke)
Schadet die Strategie von Google, den Usern möglichst alle Produkte kostenlos zur Verfügung zu stellen, der eigenen Marke? Analysten der Yankee Group - einer unabhängigen Technologieberatungsfirma aus Boston - sind jedenfalls dieser Meinung. Im Zusammenhang mit der Ankündigung von Googles Chrome OS schreiben sie in einer Analyse, Google habe die Gelegenheit verpasst, eine einheitliche Linie für die Konsumenten zu entwerfen. Google sei unfähig, ein einheitliches «Marken-Ökosystem» aufzubauen.
Ganz anders sehe das bei Apple aus, so die Analysten weiter. Apple werde bei der Einführung eines Netbooks dieses geschickt in die bestehende Produktlinie eingliedern würde. So sei dies bisher mit iPhone, iPod und Mac bis hin zu Apple TV geschehen. Für Google wäre es folglich zielführender, eine in sich schlüssige Markenarchitektur zu entwickeln.
Walled Gardens vs. Freeconomy
Als ich diese Zeilen gelesen habe, musste ich augenblicklich an eine meiner Folien aus einem Vortrag über Web 2.0 denken: Hier Web 1.0 mit Walled Gardens, dort Web 2.0 mit offenen Verteilkanälen und freiem Zugang:

Während Apple vollends auf die Strategie setzt, Luxusprodukte anzubieten (die punkto Geschlossenheit mittlerweile jene von Microsoft längst hinter sich gelassen haben), deren Zielgruppe auch gerne bereit ist, einen überdurchschnittlichen Preis zu bezahlen, verfolgt Google eine gänzlich andere Strategie.
Diese basiert darauf, Kosten für Computerhardware immer weiter zu reduzieren, setzt auf Open-Source und die Effizienz eines riesigen Datencenters. Google forciert damit hauptsächlich die Marktführerschaft. Warum? Weil in der Freeconomy schlussendlich die Masse zählt. Wie Google AdSense bereits meisterlich beweist, lässt sich mit wenigen bezahlenden Kunden aus einem riesigen Heer von Nutzern tüchtig Geld verdienen.
Diesen Shift, diesen Wandel in der Geschäftswelt haben offenbar nicht nur die Analysten der Yankee Group, sondern die Heerscharen der selbsternannten und vermeintlichen Markenexperten und Brand Managers noch nicht verstanden. Free - as in beer (as in speech muss selbstverständlich sein!) - heisst eben nicht minderwertig oder vorsicht: strings attached. Free ist mittlerweile ein veritables Geschäftsmodell geworden.
Quellen: wsj, yankee group, pte
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