Firmen hadern mit Facebook

World Wide Community

Viele Arbeitgeber haben mit der Nutzung von Social Networks zu kämpfen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Immer mehr Menschen sind auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder Xing aktiv - während der Arbeit ebenso wie privat. Wie eine Untersuchung der Society of Corporate Compliance and Ethics SCCE zeigt, sind sich viele Firmen unsicher, wie sie die Networking-Aktivitäten der Angestellten verfolgen sollen. Über 50 Prozent sagen, sie verfolgen keine bestimmte Linie im Umgang mit dem Social-Networking-Gebrauch der Mitarbeiter ausserhalb der Arbeit (s. dazu auch hier).

In der Regel gibt es seitens der Unternehmen keine Beschränkungen und kein Verbot Social Networks abseits der Arbeit zu nutzen. Gleichzeitig machen sich viele Arbeitgeber aber Sorgen über die Social-Networking-Aktivitäten der Mitarbeiter, weil sie fürchten, dass diese unvorteilhafte Fotos posten oder private Details veröffentlichen könnten, die infolge dem Ansehen des Unternehmens schaden würden. In Einzelfällen hatte dieser Umstand bereits zur Folge, dass den Mitarbeitern die Nutzung von Facebook oder anderen Web 2.0-Angeboten grundsätzlich untersagt wurde, wie zum Beispiel den Angestellten der Eidgenossenschaft oder bei der UBS. Laut der Untersuchung sind die meisten Firmen jedoch sehr unsicher, ob sie solche Massnahmen ergreifen bzw. wie sie diese umsetzen sollten.

Noch fehlen entsprechende Richtlinien

34 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, zumindest allgemeine Richtlinien zu haben, was die Online-Aktivitäten (inklusive sozialer Netzwerke) sowohl im als auch ausserhalb des Jobs betrifft. Nur zehn Prozent haben spezielle Regelungen in Bezug auf Social Networks. Gleichzeitig heisst es von 32 Prozent der befragten Mitarbeiter, dass ihr Unternehmen nur dann aktiv werde, wenn es einen speziellen Anlassfall gebe. Dem gegenüber stehen wiederum 24 Prozent der Firmen, die sagen, dass schon einmal disziplinäre Massnahmen aufgrund von unpassendem Verhalten eines Mitarbeiters in einem Social Network ergriffen wurden.

Fehlende Social Media Policys

Die Ergebnisse der Untersuchung können hier (Registrierung) heruntergeladen werden.

Quellen: scce, pte
Bildquellen: stock.xchng, scce

Tags:

Bookmark: Post to yigg Post to webnews Post to folkd Post to misterwong Post to linkarena Post to Del.icio.us Post to Technorati

» Drucken 02.10.2009 17:58

Bege on 03.10.2009 10:26

ach so? Ist es überhaupt möglich, Freizeitaktivitäten qua Arbeitsvertrag zu beschränken?

gis on 03.10.2009 15:42

@Bege: Ja, Geheimhaltungserklärungen z.B. gelten auch ausserhalb der Arbeitszeit oder des -platzes.

Oliver Springer on 05.10.2009 20:17

Was Geheimhaltungspflichten angeht, dürften meistens keine Spezial-Regelungen für das Social Web erforderlich sein. Das dürfte bereits abgedeckt sein.

Derzeit dürfte die Herausforderung eher darin bestehen, das Bewusstsein der Menschen für ihre Aktivitäten im Netz zu schärfen.

Immer wieder werden angeblich unpassende Fotos thematisiert. Aus welcher Zeit stammen eigentlich die Moralvorstellungen, anhand derer Fotos als "unpassend" eingestuft werden?

In der Rolle als Angehöriger eines Unternehmens - also beispielsweise am Arbeitsplatz oder in Dienstkleidung - sehe ich ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers, auf das Verhalten seiner Angestellten einzuwirken. Aber wollen wir das ernsthaft auf das Privatleben ausdehnen?

Heißt es auf privaten Feiern gegenüber Freunden und Verwandten demnächst immer öfter "Sorry, keine Fotos!"...? Immerhin werden die problematischsten Bilder oft nicht von den Betreffenden selbst publiziert. Das lässt entsprechende Regeln noch fragwürdiger erscheinen.

Was ist mit einem Angestellten, der in seiner Freizeit musiziert, sagen wir als Drummer in einer Rockband - darf er nicht auf einem kleinen Festival auf der Bühne stehen, weil dabei "unpassende" Fotos entstehen?

Kommentar schreiben

:

:

:

Verwandte Artikel

Kampagne

Jetzt Mitglied werden!

Werbung

LinkLift

Über das Wortgefecht

Dieser Blog befasst sich seit Februar 2007 schwerpunktmässig mit sozialen Medien (Social Media) und ihrem Einfluss auf die Welt des Marketings, der Public Relations und der traditionellen Medien. Daneben finden sich auch Beiträge rund um das Internet, über Open Source und Kommunikations-wissenschaft.

» Blog-Portrait bei t3n.de

Abonnieren

RSS-Feed abonnierenBleiben Sie auf dem Laufenden! Abonnieren Sie das Wortgefecht als RSS-Feed oder täglichen Newsletter.

Auf Wortgefecht werben

Sie möchten auf dem Wortgefecht werben? Gerne stellen wir Ihnen unsere Werbeformate näher vor.

» Weiterlesen

Community

» Twitter-Stream
» FriendFeed-Room
» Facebook-Page

Die Agentur

Wortgefecht - Agentur für soziale MedienUnabhängige Beratung 2.0 - Kommunikation im Social Web für KMU, NGO und Selbständig-erwerbende.

» Weiterlesen

Das Wiki

Wortgefecht-WikiDas Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.

» Weiterlesen

Der Autor

Michael Gisiger, geboren 1975, ist Digital Immigrant, Marketer und Social Media Evangelist.

» Weiterlesen

Sponsored Links:  Gormiti |  Prepaid Mobilfunk-Discounter |  Blau.de Mobilfunk-Discounter |  Flyer drucken. | 
Computer & Internet | Business & Karriere | Marketing & PR | SEO & SEM | Social Media

Blog Widget by LinkWithin