Alles Langweiler

real life tweet

Alles nur Banalitäten, was da über alle möglichen Mikroblogging-Kanäle verteilt wird. Die Nutzer solcher Dienste wie Twitter, Jaiku u.a. sind nämlich ziemlich langweilig und schreiben überwiegend banale Nachrichten. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Helsinki Institute for Information Technology (HIIT) in einer Untersuchung von 400'000 Postings auf dem finnischen Ur-Twitter Jaiku, das seit rund zwei Jahren Google gehört und seither keine neuen Nutzer mehr zulässt. Die meisten Meldungen, die gepostet wurden, enthalten Wörter wie "Arbeit", "Zuhause", "Essen" oder "Schlafen".

Treffend kommentieren die Forscher selber die Ergebnisse: "Mikroblogging funktioniert auf Basis der totalen Kontrolle, die die User über ihre Postings haben. Allerdings ist es auch ein Hobby, das einen hohen Zeitaufwand erfordert, den viele nicht aufbringen können." Anders ausgedrückt, offenbar ist die signal-to-noise ratio hier besonders hoch.

Und wie steht es um Twitter?

Twitter, die derzeit mit grossem Abstand dominierende Kraft in der Mikroblogging-Welt, wurde in die Untersuchung nicht miteinbezogen, was die Ergebnisse etwas verzerren dürfte. Allerdings gibt es eine ähnliche Studie der Oxford University Press (Medienmitteilung, PDF), bei der rund 1.5 Mio. Tweets analysiert wurden, um herauszufinden, welche Wörter auf Twitter am häufigsten gepostet werden. Auch da zeigte sich, dass "Arbeit" - einer der Top-Begriffe auf Jaiku - zu den meistgenannten Wörtern zählte und in über 26'000 Postings vorkam, die untersucht wurden.

Einer der seltensten Begriffe, die bei Twitter zum Einsatz kommen, ist laut der Oxford-Studie "Laufen". Das Wort kam nur in 3'195 Tweets von insgesamt 1.5 Mio. untersuchten vor. Die aktuellen Ergebnisse der HIIT-Erhebung sollen im Detail in der nächsten Ausgabe des Personal and Ubiquitous Computing Journal veröffentlicht werden. Ein erster Schluss, den die Forscher aus der Studie ziehen, ist die Tatsache, dass es den meisten Mikrobloggern, aufgrund der Art und Weise, was gepostet wird, schwer fällt, dauerhaftes Interesse bzw. ein wiederkehrendes Publikum zu generieren.

Quellen: hiit, oup, pte
Bildquelle: Flickr (Outsanity Photos), CC by-nc-nd 2.0

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| Artikel drucken Drucken | 23.09.2009 17:36

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