Eine Open Source-Woche

Eine interessante Woche zum Thema Open Source liegt hinter uns. Nicht nur, dass Forscher aus Stanford eine Digitalkamera mit Open Source-Software und App Store entwickeln wollen. Auch TomTom, der Hersteller von Navigationssystemen, hat ein neues Open Source-Projekt gestartet. Auf grosses Medienecho stiess die Meldung, dass IBM weltweit die interne Nutzung von MS Office zugunsten von Lotus Symphony verbietet. Aber auch Microsoft engagiert sich vermehrt im Open Source-Bereich und gründet eine Stiftung.
TomTom hat ein neues Open Source-Projekt namens «OpenLR» gestartet. Die Technologie soll der Erfassung aktueller Verkehrsinformationen dienen und deutlich leistungsfähiger sein als die bisherigen Anwendungen zur Integration von Stauwarnungen und ähnlichem in das Kartenmaterial. TomTom will diese Technologie als Industrie-Standard etablieren.
IBM ohne MS Office
Der IT-Konzern IBM will weltweit künftig auf den Computern seiner Mitarbeiter nicht mehr das Office-Paket von Microsoft laufen lassen. Die rund 360'000 Mitarbeiter des Konzerns sollten stattdessen die hauseigene Software Lotus Symphony nutzen. MS Office gibt es nur noch mit einer Genehmigung. Lotus Symphony beruht auf OpenOffice in der alten Version 1.x und enthält die Textverarbeitung Documents, die Tabellenkalkulation Spreadsheets und die Präsentationssoftware Presentations. Allerdings wurde das Paket umfangreich angepasst und verfügt zum Beispiel über eine eigene Oberfläche. Allerdings verwendet auch Symphony weiterhin das lizenzfreie Open Document-Format.
Interessant finde ich die Tatsache, dass Symphony binnen zehn Werktagen auf allen Rechner installiert sein muss (interne Weisung von Ende August). Wenn ein multinationaler Konzern mit über 300'000 Angestellten das hinkriegt, wieso werkelt dann der Kanton Solothurn seit Jahren - mehr oder weniger erfolglos - an der Einführung von Open Office?
Besonders hervorzuheben ist zudem die Motivation von IBM, zu Symphony zu wechseln: Es gehe nicht darum, Kosten einzusparen. Vielmehr wolle IBM sicherstellen, dass in Zukunft alle Informationen auf allen IT-Plattformen und im Internet verfügbar seien. Dafür nutze IBM offene Formate und Open-Source-Software. Bravo!
Microsoft gründet Open Source-Stiftung
Microsoft hat eine eigene Open Source-Stiftung finanziert. Gestern Donnerstag ist die CodePlex Foundation gestartet. Die Non Profit-Organisation ist nach eigenen Angaben dazu gedacht, den Austausch von Code und Wissen zwischen Software-Unternehmen und Open-Source-Communitys zu fördern. Sie will ein komplettes Spektrum an Softwareprojekten ansprechen und das unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Softwareunternehmen in Sachen Lizenzierung und geistigem Eigentum. Wir werden sehen, was Microsoft damit bezweckt.
Bildquelle: cnet
|
Drucken | 11.09.2009 18:07
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.






Unabhängige Beratung 2.0 - Kommunikation im Social Web für KMU, NGO und Selbständig-erwerbende.
Das Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.
Kommentar schreiben