Studie zu Musik-Piraterie

Als ich für meinen letzten Post auf der Seite der Queensland University of Technology recherchiert hatte, stiess ich auf eine interessante Medienmitteilung mit dem Titel «Online pirates police themselves». Offenbar führen zwei Forscher der Universität, Dr. Stephen Harrington und Dr. Jason Sternberg, derzeit eine Studie zum Thema Unrechtsbewusstsein von Personen durch, die «illegal» Musik im Netz herunterladen. Laut den beiden Wissenschaftern hätten bereits die ersten Zwischenresultate interessante Trends aufgedeckt. So zum Beispiel, dass diese «Piraten» sich und ihr Download-Verhalten zu einem gewissen Grad selber regulieren.
Während den Interviews konnten die Forscher feststellen, dass die meisten angaben, sie glaubten nicht, dass ihre Taten falsch seien. Sie rationalisierten so also das illegale Herunterladen - im Wissen, etwas verbotenes zu tun. Aber, und das ist eine wichtige Erkenntnis, die meisten Piraten haben ihr eigenes Set an Regeln und Grenzen.
Eigene Regeln und Grenzen
Viele gaben an, sie würden sich keine ganzen Alben von Künstlern, die sie mögen, ziehen. Andere wiederum würden nie Musik von lokalen oder kleinen (also noch unbekannten) Künstlern herunterladen. Solche Musik würden sie legal erwerben. Viele gaben auch an, sie würden gewissermassen ein, zwei Stücke zur Probe downloaden, um zu entscheiden, ob sie die Musik dieses Künstlers kaufen wollen oder nicht (s. dazu auch diesen Beitrag).
Für Dr. Harringon zeigen diese ersten Resultate, dass die Thematik illegale Downloads viel komplexer und weniger finster/schlimm (sinister) sei, als sie gemeinhin - vor allem von der Musikindustrie - dargestellt werde:
«There are ads which equate illegal downloading with stealing handbags and cars, but many of the people interviewed did not think that copying an item online was comparable to stealing a physical object from someone. There are statistics on what piracy costs record labels, but these are only estimates which may be based on the flawed assumption that if people were not downloading files for free they would be buying them instead.»
Wie schrieb Kristian Köhntopp jüngst in seinem hervorragenden Beitrag «Falscher Planet, falsches Jahrtausend» so schön?
«Computer sind Kopiermaschinen [...] Hier ist die Wahl. Sie ist die einzige Wahl. Sie ist digital, wie das Medium, das die Wahl erzwingt:
1.Kopieren hinnehmen.
2.jede Kommunikation von Jedermann mit jedem anderen immer auf ihre Legalität hin untersuchen und filtern.Wenn Fall 2 nicht stattfindet, bildet sich sofort ein Overlay-Netzwerk und Fall 1 tritt ein.»
» Drucken 23.07.2009 18:19
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.






Unabhängige Beratung 2.0 - Kommunikation im Social Web für KMU, NGO und Selbständig-erwerbende.
Das Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.
Share this
RSS
Kommentar schreiben