Onlinesucht in Asien

Medical

Die Problematik der - angeblich rasant - steigenden Zahl von Onlinesucht Betroffener nimmt in Asien neue Dimensionen an. Wie aus einem in der aktuellen Ausgabe der "Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine" veröffentlichten Bericht einer Forschergruppe des Kaohsiung Medical University Hospital (KMUH) in Taiwan hervorgeht, haben statistisch gesehen mittlerweile bereits fast elf Prozent Prozent der Kinder in der siebenten Schulstufe (13 bis 14 Jahre) eine Internetabhängigkeit entwickelt. Dies stellt einen neuen weltweiten Höchstwert dar, der um ein Vielfaches höher liegt als vergleichbare Schätzungen in Europa.

Die taiwanesischen Wissenschafter gründen ihre Zahlen auf einer umfangreichen Untersuchung, bei der sie die Internetnutzung von insgesamt 2'293 Schüler zwei Jahre lang genau untersucht haben. Dabei kommen sie zum Schluss, dass das Auftreten einer Onlinesucht bei Kindern durch eine Reihe von verschiedenen Faktoren begünstigt wird. So sollen etwa männliche Jugendliche weitaus anfälliger sein als Mädchen. Leidet eine Person zudem bereits an Symptomen wie Depressionen, erhöhter Gewaltbereitschaft, Hyperaktivität, einem Aufmerksamkeits-defizitssyndrom ADHS oder sozialen Phobien, kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zudem deutlich ansteigen.

Keine Einigkeit über das Krankheitsbild

Diese Zahlen sind aber mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen. Da es bislang noch keine einheitliche Definition des Krankheitsbildes Onlinesucht gibt, können die jeweiligen Untersuchungskriterien sehr stark variieren. In diesem speziellen Fall sollte auch in Betracht gezogen werden, dass Asien aufgrund einer höheren Technikaffinität der Menschen möglicherweise stärker betroffen sein könnte als etwa Europa oder die USA.

Über die Problematik des fehlenden Konsens zum Krankheitsbild und ob bzw. um welche Form einer Sucht es sich handelt habe ich hier schon einmal geschrieben.

Quelle: pte

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| Artikel drucken Drucken | 15.10.2009 18:16

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