Neue Kanäle, neues Glück

Die gegenwärtige Krise der Rechteverwerter - also der Musiklabels, Filmgesellschaften etc. pp. - hängt vor allem damit zusammen, dass diese immer noch nicht verstanden haben, wie das Internet das gesamte Konsum- und Kaufverhalten vor allem der jungen Generation verändert. Den Künstlern hingegen eröffnet diese Krise neue Möglichkeiten und Chancen. So will die britische Erfolgsband Radiohead in Zukunft keine weiteren vollständigen Alben mehr veröffentlichen, sondern ausschliesslich Songs produzieren. Diese werdem wie das im Oktober 2007 veröffentlichte Album In Rainbows zudem über die eigene Webseite zu einem selbst wählbaren Preis vertrieben. Aber auch ein Blick über den Tellerrand könnte helfen: Die Computerspielehersteller schielen derzeit nach China, wo alternative Vertriebskonzepte grosse Erfolge feiern.
Radiohead könnte mit der Abkehr von Albumproduktionen und dem verstärkten Fokus auf das Einzelsonggeschäft, das gerade durch digitale Download-Plattformen im Internet weiter angetrieben wird, einen Trend vorgeben. Es ist mittlerweile so, dass der Erlös aus dem Verkauf digitaler Musik - Downloads eben - im nächsten Jahr schon fast gleich gross sein wird wie jener von CDs. Mit dem bedeutenden Unterschied, dass die Downloads im Gegensatz zu den Absatzzahlen von physischen Daternträgern weiter zunehmen werden.
Rentabilität von Spielen sinkt
Auch der Videospielsektor muss einen signifikanten Einbruch seines Geschäftsmodells hinnehmen. Die Hersteller konnten in den vergangenen Jahren keine Zuwächse verzeichnen. Ausschlaggebend dafür, dass trotz erzielter Branchen-Redkordumsätze viele ihrer Vertreter mit einer wirtschaftlichen Stagnation zu kämpfen haben, sind dabei in erster Linie die kontinuierlich steigenden Produktionskosten für Video- und Computerspiele. Darum schilen sie nun nach China, wo mithilfe neuer alternativer Vertriebsmethoden im Web beständige Zuwächse verzeichnet werden.
Während die Gamesbranche hierzulande hauptsächlich auf traditionelle Vertriebskanäle setzt, sind ihre chinesischen Kollegen seit geraumer Zeit damit beschäftig, vielversprechende Alternativen wie etwa direkte Downloads über das Internet anzubieten. Insbesondere auf dem in letzter Zeit eher schwächelnden Markt für PC-Spiele lassen sich mit derartigen neuen Konzepten respektable Erfolge feiern. Näheres über den Vertriebskanal Internet im chinesischen Spielemarkt kann man dieser Studie (PDF) von KPMG aus dem Jahre 2007 (sic!) entnehmen.
Quelle: pte u.a.
Bildquelle: stock.xchng
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Drucken | 20.08.2009 17:38
Christoph on 21.08.2009 06:38
Danke für diesen Beitrag.
Doch gerade auf dem Musikmarkt finde ich die Entwicklung sehr schade. Schliesslich ist es doch auch ein tolles Gefühl, die Zusammenstellung des neuen Albums seiner Lieblingsband zu lesen. Die Artists setzen die Songsauf einem Musik Album ja nicht zufällig zu einer Liste zusammen, sondern zerbrechen sich den Kopf, wie sie das, was sie mit dem Album ausdrücken wollen, in die Titelliste hineinpacken können.
Dass ausgerechnet Radiohead, die so wunderschöne zusammengestellte Alben wie The Bends, OK Computer und In Rainbows zu verwantworten haben, diesen Trend vorgeben, ist doppelt schade.
Gruesse


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