McAfee: Cyberwar ist real

Cyber War

McAfee hat heute die fünfte Auflage seines jährlichen "Virtual Criminology Report" (PDF) veröffentlicht. Den Schwerpunkt bildet dabei das Thema cyber warfare. Demnach ist diese mittlerweile Realität und ein "Kalter Cyberkrieg" hat bereits begonnen. Aber statt einem Duell droht ein allgemeiner Wettbewerb. Neben den Supermächten des Kalten Kriegs USA und Russland sind auch China, Frankreich und Israel bereits im Besitz von Cyberwaffen. Dies sind die Länder, die bereits öffentlich verkündet haben, dass sie in diesem Bereich aktiv sind.

Infrastruktur als Ziel

Im Zusammenhang mit Cyberkriegs-Engagement wird etwa in den USA gerne von Cyber-Verteidigung gesprochen. Doch entwickeln die genannten Staaten im Rahmen des virtuellen Wettrüstens auch fortschrittliche offensive Cyberwaffen. "Wahrscheinlich wurden Programme für gezielte Infrastruktur-Angriffe entwickelt", sagt Toralv Dirro, Experte bei McAfee.

Länder, die offensive Cyberkriegsführung vorantreiben

Der Einsatz von Cyberwaffen könnte letztendlich zu grossen realweltlichen Schäden und auch echten Todesopfern führen, wenn neben Regierungsnetzwerken auch kritische Infrastruktursysteme ins Visier genommen werden. Diese sind gerade in Industriestaaten meist vernetzt. Ziele, denen Cyberattacken laut McAfee schnell und ohne grossen Aufwand ernsthaften Schaden zufügen können, umfassen beispielsweise das Stromnetz, Telekommunikationssysteme, die Finanzwirtschaft und die Wasserversorgung.

Auch die Wirtschaft im Visier

In Industriestaaten liegen in der Regel zumindest einige Infrastrukturbereiche in privater Hand. Dementsprechend würde die Privatwirtschaft im Fall politisch motivierter Cyberangriffe höchstwahrscheinlich ins Kreuzfeuer geraten, warnt McAfee. Daher fordert das Sicherheitsunternehmen eine öffentlichere Diskussion. "Ohne Einblick in die Cyberverteidigungs-Strategie der Regierung kann der private Sektor nicht proaktiv agieren und geeignete Vorsichtsmassnahmen erreichen", so McAfee.

Realität Cyberkrieg

Fest steht, dass Cyberkriegsführung längst Realität ist. Im Sommer 2008 war etwa der russisch-georgische Kaukasus-Konflikt auch online eskaliert. Unklar bleibt dagegen, wer für Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) gegen US-Regierungsseiten am 4. Juli 2009 verantwortlich war. Möglich sei, dass es sich um nordkoreanische Tests zur Störung der interkontinentalen Kommunikation zwischen US-Regierung und Streitkräften in Südkorea gehandelt hat, so McAfee.

Lifecycle eines Cyberangriffs

Während das Wettrüsten also schon begonnen hat, besteht dem McAfee-Bericht zufolge aber das Problem, dass bislang gar nicht wirklich klar definiert ist, was Cyberkriegsführung überhaupt ist. So bliebe etwa die Frage offen, wo genau Spionage aufhört und tatsächlicher Cyberkrieg anfängt.

Quelle: mcafee, pte

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| Artikel drucken Drucken | 17.11.2009 18:49

LD on 18.11.2009 13:01

Es ist äusserst spannend, die Entwicklung in diesem Bereich zu verfolgen. Leider wird die ganze Geschichte in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise geht es uns offenbar zu gut, um zu bemerken, dass wir uns bereits mitten im nächsten Weltkrieg befinden. Wahrscheinlich deshalb, weil dies ein ganz anders geführter Krieg ist, als wir ihn bis anhin kennen. Er wird in erster Linie mit Geld und Informationen geführt. Dadurch verschmilzt die zivile/wirtschaftliche und staatliche/militärische Kriegsführung. Die militärische Auseinandersetzung mit konventionellen Waffen kommt nur zum Zug, wenn die Erreichung der Ziele anders nicht möglich, und bleibt vorläufig den Staaten vorbehalten.

Die Analysen von McAfee sind korrekt, aber leider unvollständig, da sie sich nur auf die Kriegsführung durch Staaten beschränkt.

Bereits im Sommer letzten Jahres habe ich einen möglichen Kriegsverlauf skizziert. Aktuell befinden wir uns im Übergang zwischen Phase 3 und 4. An einem umfassenderen Beitrag arbeite ich noch ...

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