"Können nicht ohne Handy überleben"

Mobile Africa

Das mobile Internet ist kein Hype - im Gegenteil. Nur wächst es eben nicht bei uns am schnellsten, sondern in den Schwellenländern: In Afrika und Südamerika wird sich die Zahl der mobilen Social Networking-User bis zum Jahr 2015 auf 527 Mio. User verzehnfachen. Eine aktuelle Prognose der Marktforscher Frost & Sullivan geht davon aus, dass sich das gemeinsame Gesamtmarktvolumen der beiden Kontinente auf rund 2.4 Mrd. Dollar hochschrauben wird. Vor allem in Afrika, aber auch in Südamerika gilt dabei das Mobiltelefon als uneingeschränkter Innovations- und Wachstumstreiber.

Durch das Fehlen von geeigneter Festnetz-Infrastruktur entwickelt sich das Handy in diesen Regionen zunehmend zum einzigen Zugang zum Internet. Laut des "Information Economy Report 2009" (PDF) der Vereinten Nationen weist Afrika bereits jetzt zehn mal mehr Mobilfunk- als Festnetz-User auf. In Lateinamerika wiederum liegt die Handy-Penetrationsrate bei 80 Prozent, während gerade einmal 25 Prozent aller Menschen einen ständigen Zugang zu einer Internet-Standleitung besitzen.

Handy als technologischer Hoffnungsträger

Gerade in Afrika avanciert das Mobiltelefon zusammen mit mobilen Datenverbindungen zu jenem Gerät, das den technologischen Fortschritt auch in entlegenste Gebiete bringt:

"In manchen Orten ist Telekommunikation billiger als die essentiellen Konsumgüter. Hunderte Millionen können sich ohne Wasserversorgung und Strom durchschlagen, aber sie können nicht ohne ihr Handy überleben. Ein Handy bedeutet Zugang zu Arbeit, Kontakte mit Familie und Freunden und die absolut notwendigen Verknüpfungen mit den eigenen sozialen Netzen. Es hängt also auch direkt mit Urbanisierung und Migration zusammen."
- Geert Lovink in einem Interview mit iz3w.org

IT-Branche will profitieren

Natürlich hat die Branche das Phänomen längst erkannt und will vor ort Fuss fassen. Während zum Beispiel SAP versucht, Gemischtwarenhändlern mittels GPS-fähigen Telefonen den Wareneinkauf zu erleichtern sowie Krankenhäuser bei ihrer Medikamentenausgabe zu unterstützen, bastelt IBM mit einer Reihe von Forschungspartnern am sprachbasierten Internet. Damit will man den Zugnag zum Internet auch für Menschen sicherstellen, die weder Schreiben noch Lesen können. Die grösste Herausforderung dabei stellt die vorhandene Netzinfrastruktur dar. Wegen den fehlenden Breitbandverbiundungen müssen zum Beispiel die zu übertragenden Datenpakete möglichst klein gehalten werden.

Einen tieferen Einblick in das Thema vermittelt diese Seminararbeit mit dem Titel "Internet und Afrika - zwischen Euphorie und Ausweglosigkeit" (PDF), welche letztes Jahr an der Philipps-Universität Marburg eingereicht worden ist.

Quellen: frost, pte

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» Drucken 25.11.2009 18:39

marcus on 25.11.2009 21:39

"das gemeinsame Gesamtmarktvolumen der beiden Länder"
... der beiden "Länder" Afrika und Südamerika?

gis on 26.11.2009 12:00

Uh, sorry, ein Verschreiber ... Ist korrigiert!

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