"Ego-Shooter fördern kognitive Flexibilität"

Call of Duty 4

Kaum ein modernes Kulturgut wird - allen voran in der Politik - derart kontrovers diskutiert wie Computerspiele. Gerade was die Wirkung der Ego-Shooter, die nur allzu gerne als "Killerspiele" abqualifiziert und verteufelt werden, und deren mediale Gewaltdarstellung angeht, gehen die Meinungen - auch die wissenschaftlichen - weit auseinander. Dass es sich dabei jedoch häufig um Vorurteile und blosse Vermutungen handelt, zeigen zwei voneinander unabhängige Studien. Nicht Denkspiele machen ihre Spieler klüger, sondern Gewaltspiele, so die gewonnene Erkenntnis.

Spiele, die das Gehirn trainieren sollten, verbessern die allgemeine Leistungsfähigkeit nicht. Zwar machen die User im Rahmen von Denkspielen Fortschritte, können diese aber nicht auf andere Bereiche übertragen. Anders verhält es sich mit Gewaltspielen, wie Wissenschafter der Universität Leiden herausfanden. Ihre Ergebnisse stützen die Vorstellung, dass das Spielen von Ego-Shootern die kognitive Flexibilität fördert.

Schärfere Reflexe dank Ego-Shootern

Die Games erfordern von ihren Spielern schnelle Reaktionen und eine flexible Denkweise. "Videospiele trainieren die natürlichen Reflexe", sagt Lorenza Colzato, Universitätsdozentin in Leiden und Autorin der Studie. Davon könnten die Spieler auch im Alltagsleben Gebrauch machen. Sie würden von positiven Effekten auf das Gehirn profitieren, die etwa Multitasking-Fähigkeiten fördern. Die Studie "DOOM'd to switch", die im Fachmagazin "Frontiers in Psychology" erschienen ist (PDF), habe gezeigt, dass die kognitive Flexibilität unerfahrener Spieler stärker gefördert wurde als von Personen mit hoher Spielerfahrung.

Die Wissenschafter weisen ausserdem darauf hin, dass Ego-Shooter nicht gewaltsam machen und zu anti-sozialem Verhalten führen müssen. Kindern würden die Spiele hingegen helfen, die Reflexe zu schärfen und mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, wovon sie auch in der späteren Berufswelt profitieren könnten. Zudem könne die Aktivität älterer Menschen durch Videospiele gefördert werden.

Die Universität Hohenheim führt übrigens zum Thema Online-Games eine fünfjährige Studie durch, die unter anderem auch vom Europäischen Forschungsrat gefördert wird.

Quellen: BBC, pte

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| Artikel drucken Drucken | 26.04.2010 15:10

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