Automatisierte Genre-Erkennung

Metadaten sind ein Segen. Sie erleichtern das Ordnen und vor allem das Auffinden beliebiger Daten ungemein. So besteht bei diversen Audio-Formaten zum Beispiel die Möglichkeit, die Dateien nicht nur mit Angaben über Künstler, Titel oder Album-Titel zu versehen, sondern auch das entsprechende Genre. Wer sich jedoch regelmässig der Pflege seiner MP3-Sammlung hingibt, weiss, wie mühsam die korrekte Vergabe dieser Metadaten sein kann. Forscher der Universität Sao Paolo berichten nun in der Zeitschrift "New Journal of Physics" (Artikel im Volltext) von einer möglichen automatisierten Lösung. Zum Einsatz kommt dabei die Analyse von Rhythmen.
Die brasilianischen Wissenschafter suchten nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Rhythmus und dessen Abfolgen. Anhand von jeweils 100 repräsentativen Musikstücken aus vier Genres - Rock, Blues, Bossa Nova und Reggae - ermittelten sie für jedes Genre die häufigsten Rhythmusfolgen. Beim Blues war das beispielsweise das zwölftaktige Thema bei bestimmten Akkordabläufen. Zum Einsatz kam eine Form visueller Darstellung rhythmischer Frequenzen, die so genannte hierarchische Clusterbildung.
Das Ergebnis zeigt eine neue Möglichkeit für die automatische Kategorisierung von Musikstücken. Denn es war nach dem Rhythmus-Scan problemlos und mit hoher Genauigkeit möglich, Lieder zu unterscheiden und richtig nach Genres zuzuordnen. Die Forscher konnten aufzeigen, dass der Rhythmus eine überraschend unverwechselbare Signatur von einigen der wichtigsten musikalischen Genres darstellt. Vorteilhaft gegenüber bisherigen Zuordnungen ist die Methode, da dank ihr auch neue Sub-Genres wie zum Beispiel Rock-Blues entstehen können. Die Klassifizierungs-Leistung wird dadurch deutlich verfeinert. In einem nächsten Schritt sollen weitere Aspekte der Genrezuordnung untersucht werden - wie etwa die Bedeutung der Stärke der Schläge.
Da bin ich aber gespannt, wann die ersten solchen Tools und Suchwerkzeuge auftauchen. Die Suche nach Audiodateien scheint sowieso ein von der Wissenschaft breit bearbeitetes Feld zu sein (zum Beispiel hier und hier), so dass sich auf diesem Gebiet in absehbarer Zeit einiges tun wird.
Quellen: New J. Phys., pte
Bildquelle: bellhäuser - das bilderwerk (mpg.de)
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Drucken | 25.05.2010 17:27
ja echt interessant, finde das schon bemerkenswert das man direct über musikwellen den passenden title finden kann.. ich bin da ja noch ziemlich oldschool und halte mich noch von sowelchen tools fern, die frage ist abe rauch wie lange noch, hehe ;)


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