Welche Medienkrise?

Allerorts kann man lesen, dass die Medienbranche darbt. Schuld daran sei - wie so oft - das Internet mit seinen bösen, bösen kostenlosen Inhalten und seinen Piraten. Aber nein, es ist nicht das Internet. Die Krise ist vielmehr hausgemacht. Schuld ist - der übermässige Alkoholkonsum in der Branche. Eine Glosse, die eigentlich doch keine ist.
Mitarbeiter in Medienbetrieben sind nach den einzelnen Berufsgruppen gemessen die stärksten Alkoholkonsumenten. Sie trinken im Durchschnitt umgerechnet mehr als vier Flaschen Wein oder über 19 Halbe-Liter-Gläser Bier pro Woche. Zu diesem vielsagenden Ergebnis kommt die jährliche Alkoholstatistik des britischen Gesundheitsministeriums. Demnach nehmen Mitarbeiter der Medienbranche mit 44 Einheiten wöchentlich rund die doppelte Menge an alkoholhaltigen Getränken zu sich, die in der entsprechenden Empfehlung des nationalen Gesundheitsdienstes vorgesehen ist. Damit liegen sie unangefochten an der Spitze, was die konsumierte Menge betrifft und übertreffen die nächstgereihte Berufsgruppe, die IT-Angestellten (ah, auch das erklärt so manches!), um ganze zehn Einheiten pro Woche. An dritter und vierter Stelle folgen der Dienstleistungssektor mit 33 bzw. der Finanz- , Versicherungs- und Immobilienbereich (noch Fragen betreffend der Finanzkrise?) mit 29 Alkoholeinheiten pro Woche.
Wie Ben Willmott, Senior Public Policy Advisor beim Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD), gegenüber dem «Guardian» vermutete, sei zu einem gewissen Teil wohl auch die spezifische Bürokultur in Medienbetrieben für den überdurchschnittlichen Alkoholkonsum verantwortlich. Es scheine, als tritt dieser Effekt in einigen Branchen stärker zu Tage als in anderen. Laut der britischen Studie sind Medienmitarbeiter nicht nur in puncto Wein- und Bierkonsum an oberster Stelle der einzelnen Berufsgruppen zu finden, sondern auch bei hochprozentigeren Destillaten wie Schnäpsen oder Likören.
Quellen: nhs, pte
Bildquelle: stock.xchng
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Drucken | 31.07.2009 18:39
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