US-Medienbranche im Sinkflug

Profit
Die Felle schwimmen davon (stock.xchng)

Die US-Medienbranche ist im Sinkflug begriffen: Die Zeitungen verlieren weiter an Auflage, die Zahl der Zuschauer der grossen Fernsehstationen sinkt, die Hörerschaft der klassischen Radiosender schrumpft. Selbst bei der Internet-Nutzung für Informationen gibt es Einbussen. Einzige Gewinner in der Medienwelt sind neue Internet-Portale, Blogs sowie die Medien der ethnischen Minderheiten. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des Jahresberichts der «Columbia School of Journalism» an der Universität Columbia (New York) zur Lage der US-Medien, der in der Nacht auf Dienstag veröffentlicht wurde.

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» Kommentare (0) | 14.03.2007 07:44

Gatekeeper, MSM und das Web 3.0

In der «taz» von heute 13. März findet sich ein Interview mit Katharina Borchert (a.k.a. Lyssa) und Stefan Niggemeier (Bildblog) zu neuen und alten Medien, die Zukunft der Massenkommunikation und die Mission der Blogger. Interessant fand ich den folgenden Ausschnitt, der zweierlei aufzeigt: (1) dass viele Vertreter der MSM die zeichen der Zeit immer noch nicht ganz begriffen haben und (2) dass es auch sogenannten A-Blogger nicht besser ergeht.

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» Kommentare (0) | 13.03.2007 08:32

Bürgerjournalismus unter Beschuss

Fotografier- und Filmverbot
Fotografier- und Filmverbot (jjaf.de)

Auf «Macworld» konnte man nachlesen (in der deutschsprachigen Presse wurde kaum davon berichtet; das einzige was ich über Google News gefunden habe, ist dieser Artikel auf «Oe24»), dass der französische Verfassungsrat am 3. März ein Gesetz bewilligt hat, das nur noch professionellen Journalisten erlaubt, Videos von Gewaltszenen aufzuzeichnen und zu verbreiten.

Auch an einem 3. März, vor 16 Jahren, haben Polizisten in Los Angeles Rodney King brutal angegriffen — möglicherweise aus rassistischer Motiven. George Holliday, der die ganze Szene gefilmt hat, wäre nach dem neuen französischen Gesetz ein Verbrecher und ihm würden bis zu 5 Jahren Gefängnis sowie eine Geldstrafe von bis zu €75'000 drohen. Weil er tapfer genug war, die beispiellose Polizeigewalt aufzuzeichnen, versteht sich.

Wie man im Artikel auf «Macworld» nachlesen kann, zielt dieses totalitäre Gesetz laut offizieller Seite auf das sogenannte Happy Slapping ab, also diesen bescheuerten Brauch, bei dem ein unschuldiges Opfer vor laufender (Handy-)Kamera zusammengeschlagen wird. Der Punkt ist jedoch, dass es bereits Gesetze gibt, die die Ahndung solcher Aktionen ermöglichen.

Aber als ob dieses Verbot der Amateur-Aufzeichnung auch von Polizeigewalt nicht genug wäre, hat die französische Regierung noch ein Zertifizierung vorgeschlagen, mit der sich Inhalte kennzeichnen müssen, die von der Regierung genehmigt wurden:

«The government has also proposed a certification system for Web sites, blog hosters, mobile-phone operators and Internet service providers, identifying them as government-approved sources of information if they adhere to certain rules.»

Wie die «Reporter ohne Grenzen» zu Recht kritisieren, würde ein solches System wohl die Selbstzensur auf den Internetauftritten der etablierten Medien massiv verstärken. Zudem würde wohl kaum ein Bürgerjournalismus-Projekt zertifiziert werden - ausser es gibt sich dezidiert unkritisch.

Interessant ist übrigens auch die Tatsache, dass das Gesetz vom aussichtsreichen Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy eingebracht worden ist. Sarkozy wird in solchen Dingen beraten vom bekannten Loïc Le Meur, Vice-President & Managing Director Europe von Six Apart, der auch schon am WEF aufgetreten ist. Es wäre spannend zu wissen, ob und was LeMeur dazu beigetragen hat. Six Apart ist, für alle, die es nicht wissen, die Firma hinter der Blogsoftware TypePad und MovableType.

(Via paxx:blog, danke Matt!)

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» Kommentare (1) | 07.03.2007 12:50

Das «Ende der Gatekeeper»

Dr. Mathias Döpfner, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender von Springer und studierter Musikwissenschafter, über neue und alte Medien:

«Die Zeitung ist ein horizontales Medium, es erweitert Informationen und führt den Leser», dagegen ist «das Internet ... ein vertikales Medium, es vertieft Informationen, und es bezieht den Nutzer interaktiv ein.»

Besser hätte ich es nicht formulieren können. Aber ich nenne das schlicht das «Ende der Gatekeeper». Die klassischen Medien werden immer mehr ihre Katalysator- und Meinungsbildungsfunktion einbüssen. Nich umsonst verlegen sich immer mehr Printprodukte auf eine Web first-Policy, d.h. aktuelle Meldungen erscheinen im Netz zuerst, in der Printausgabe folgen dann Hintergrundartikel. Springers «Welt» gehört seit einiger Zeit dazu. Und just in diesem Zusammenhang hatte sich Döpfner auch geäussert.

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» Kommentare (1) | 20.02.2007 12:29

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