Auslaufmodell lineares TV

Das traditionelle TV-Ökosystem ist ein Auslaufmodell. Die spezifischen User-Wünsche haben sich im Laufe der vergangenen Jahre grundlegend verändert. Jene Anbieter, die sich und ihre Inhalte nicht rasch diesen neuen Sehgewohnheiten anpassen, werde verschwinden. So jedenfalls sieht es der Bericht "Future of Television" von Arthur D. Little, der die Herausforderungen identifiziert, denen sich das traditionelle Fernsehen im Internetzeitalter stellen muss.
Die Rundfunkanstalten, die mehr als sieben Jahrzehnte lang das traditionelle Fernsehgeschäft dominiert haben, sehen sich nun einem zunehmenden Konkurrenzdruck durch neue Markt-Player gegenüber. Diese haben mit innovativen Geschäftsideen und neuen Technologien das Nutzungsverhalten der Zuseher entscheidend beeinflusst. Als Resultat werden sowohl die TV-Verwertungskette als auch das Geschäftsmodell an sich zunehmend destabilisiert.
Die Zukunft des Fernsehens ...
Hauptmerkmal der Zukunft des Fernsehens wird eine Vermischung des herkömmlichen linearen Angebots mit interaktiven Diensten on demand sein. Darüber hinaus werden, davon sind die Autoren überzeugt, nutzergenerierte Inhalte an Bedeutung gewinnen. Finanziert werden sollen diese so genannten Mashed Services durch ein Hybridmodell, also einer Kombination von Gratis-und kostenpflichtigen Inhalten. Dieses Modell jedoch stellt gerade auch die Achillesferse des Ganzen dar, schliesslich ist ein Grossteil der Nutzer (in Europa) nicht bereit, für Online-Bewegtbilder zu bezahlen. Diese Erfahrung mussten schon einige Anbieter machen.
... hat (vielleicht) schon begonnen!
Dass sich herkömmliche TV-Inhalte schon heute immer stärker ins Web verlagern, wo die Nutzer die Sendungen zu jeder Zeit auf verschiedenen Endgeräten abrufen können, zeigen nicht zuletzt Angebote wie der erfolgreiche iPlayer der BBC und die Mediatheken verschiedenster anderer Sender. Die Sender erreichen über diese Angebote auch ganz neue Zielgruppen, analog den Radiostationen, die ihre Sendungen als Podcast für den asynchronen Konsum bereitstellen. Der erste Schritt ist also gemacht - die Frage ist nun, ob die TV-Anstalten mutig genug sind oder sich als dritter zu den ersten beiden Dinosauriern der Medienbranche (Print und Musikindustrie) gesellen, die den Wandel nicht geschafft haben.
Quellen: adlittle, pte
» Drucken 02.12.2009 18:12
LD on 02.12.2009 23:13
Obwohl ich mir noch nicht schlüssig bin, wie die Inhalte künftig finanziert werden, bin ich mir ganz sicher, dass der einsetzende Wettbewerb zu einer radikalen Katharsis in der Medienlandschaft führen wird. Wenn die Medienkonsumenten selber direkt entscheiden können/müssen, wofür sie ihr Geld oder ihre Aufmerksamkeit opfern, wird ein grosser Teil des Schrottes, der heute so produziert wird, hoffentlich vom Markt verschwinden. Dieser oberflächliche Unterhaltungsmüll wird heute ja nur mangels Alternativen konsumiert und weil er den Zuschauer keine Geld - jedoch Zeit und Aufmerksamkeit - kostet. Ich glaube kaum, dass jemand für eine Mittags-Talk-Show etwas bezahlen würde. Wenn man schon für etwas löhnen muss, kann und wird man auch Ansprüche stellen.
Für mich wird es in jedem Fall spannend sein, beobachten zu können, wie sich die Marktbereinigung in kommenden Jahren entwickeln wird. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das ist Darwinismus pur! :-) Es lebe die (Re)Evolution!






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