Aus die Maus für «News»

Europaweit kämpfen Gratiszeitungen aufgrund des schwachen Anzeigengeschäfts ums Überleben. Während der Printmarkt generell unter der Wirtschaftskrise und ihren Folgen zu leiden hat, sind die kostenlosen Titel ganz besonders stark von den rückläufigen Werbeaufträgen betroffen. Noch im vergangenen Jahr waren die Auflagenzahlen von Gratiszeitungen weltweit auf über 40 Mio. gestiegen. Der Deadpool in der Schweiz ist da besonders hoch. Nach «cash daily» und «.ch» nun auch - wie erwartet - das «News». Zumindest die Regionalausgaben in Basel und Bern verschwinden.
Da die Gratiszeitungen noch sehr viel stärker von den Einnahmen über das Anzeigengeschäft abhängig sind, wirken sich die wirtschaftlichen Turbulenzen auf diese tatsächlich existenzbedrohend aus. Laut Analysten sind die Werbeeinnahmen vieler kostenloser Titel in den vergangenen Monaten um mehr als ein Drittel zurückgegangen.
In der Schweiz redet die Branche derweil die Situation schön. Gegenüber pressetext sagte Hannes Zaugg von Geschäftsstelle des Verbands Schweizer Gratiszeitungen (VSGZ): «Hier trifft es nicht zu, dass Gratistitel stärker von der Krise betroffen wären. Der Anzeigenrückgang fällt bei Gratiszeitungen moderarter aus als bei den Kaufzeitungen.»
Langfristig nur mehr ein bis zwei Titel pro Markt
Als Reaktion auf die schlechte Situation auf dem Anzeigenmarkt versuchen viele Verlage der Gratiszeitungen nun, ihre Kosten drastisch zu reduzieren und zu konsolidieren. So verkauft etwa der schwedische Medienkonzern Metro International, der weltweit in mehr als 100 Städten Gratistitel vertreibt, seine Zeitungen in Philadelphia und New York sowie seinen 51- Prozent-Anteil an einem Bostoner Titel. Auch für Italien und Portugal sei das Unternehmen bereits auf der Suche nach Käufern, erklärte Metro International zuletzt. Rupert Murdoch stellt sein Londoner Gratisblatt «The London Paper» im September gleich ganz ein.
Nach Einschätzungen von Analysten vertragen nur wenige Märkte mehr als eine oder zwei Gratiszeitungen, da die Titel in der Regel ein sehr ähnliches Publikum ansprechen. Werbetreibende bevorzugen es, Anzeigenflächen bei der jeweils grössten Gratiszeitung in einer Stadt zu kaufen. Aufgrund der allgemein rückläufigen Werbeinvestitionen wird der Druck diesbezüglich noch weiter verschärft. Für die Schweiz würde das bedeuten: «20 Minuten» und «Blick am Abend». Viel mehr gibt es ja nicht mehr.
Quellen: pte, news.ch
» Drucken 25.08.2009 17:57
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