USA: Gläserne Zuschauer

Ein Konsortium bestehend aus so klingenden Namen wie Disney, Viacom, News Corp und Discovery Communications hat in den USA ein neues Modell zur TV-Quoten-Analyse durchgesetzt. Mithilfe des neuen Systems TRAnalytics, das vom Medienforschungsunternehmen TRA entwickelt wurde, lassen sich zunächst Informationen über das Fernsehverhalten von rund 2.1 Mio. Kabel-TV-Kunden bzw. 1.5 Mio. Haushalten mithilfe von Informationen aus den Set-Top-Boxen abrufen. Doch damit nicht genug, diese Daten werden neu auch mit Angaben zum Einkaufsverhalten verknüpft, die mit Kundenkarten gewonnen werden.
Die gewonnenen Quoten werden in einem zweiten Schritt mit einer Datenbank verknüpft, die Aufzeichnungen über das Kaufverhalten von 370'000 Haushalten anhand von Kundenkarten erstellt. Mit anderen Worten: Werbetreibende können nun genau nachverfolgen, wie viele Seher nach einem Werbespot im Fernsehen tatsächlich in ein Geschäft gehen und sich das Produkt kaufen. Zu allem Überfluss können auch noch so genannte Brand Swinger, also Konsumenten, die zwischen Marken wechseln, identifiziert werden. All diese Daten sollen es erlauben, optimierte Werbespots zu produzieren. Die ersten werden wahrscheinlich noch kommenden Herbst auf Discovery Channel und TLC laufen. Auftraggeber der Spots sollen Procter&Gamble, Kraft und Coca Cola sein, berichtet die Branchenzeitschrift «Advertising Age» (nur im Abo).
Angesichts der herrschenden Flaute im Werbegeschäft sind auch in Europa die TV-Sender daran interessiert, ihre Bedeutung als Werbeträger noch genauer nachweisen zu können. Einer ähnlichen Messmethode wie die von TRAnalytics ist derzeit jedoch kaum machbar. Erstens, weil die Nutzung von Kundenkarten (noch) nicht so weit verbreitet ist wie in den USA und zweitens - zum Glück - wegen datenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Quellen: adage, pte
Bildquelle: stock.xchng
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Drucken | 08.09.2009 17:53
LD on 09.09.2009 02:02
Deshalb nutze ich kein BlueWin-TV.






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