TV dominiert auch im Web

YouTube Generation

So geht das: Die hohen Bandbreiten, die ständige Verfügbarkeit und die Möglichkeit, asynchron Videos zu konsumieren, führt dazu, dass immer mehr TV-zuschauer ins Internet abwandern. Wer jetzt aber denkt, dass davon primär Portale wie YouTube und Co. profitieren, täuscht sich. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Nutzer rangieren herkömmliche Fernsehinhalte. Dies jedenfalls postuliert ein aktueller Bericht von Sanford C. Bernstein. Demzufolge machen professionell produzierte Inhalte aus dem regulären TV-Programm eindeutig den Grossteil des im Netz betrachteten Videomaterials aus.

Mit 58 Prozent gaben mehr als die Hälfte der befragten US-Bürger an, regelmässig solchen Web-Content zu nutzen. Beiträge aus dem Amateur- und User-generated-Bereich lagen mit lediglich 28 Prozent deutlich abgeschlagen. «Im Gegensatz zur Zeitungs- und Musikindustrie, wo das Internet das Kauf- und Konsumverhalten der Menschen grundlegend verändert hat, ist der TV-Sektor von den gegenwärtigen Online-Angeboten noch nicht so stark bedroht», zitiert der Techblog des «Wall Street Journals» Jeffrey Lindsay, Senior Analyst bei Sanford C. Bernstein. Das Fernsehpublikum - insbesondere jenes, das über einen digitalen Videorekorder und Video-on-Demand-Services verfüge - sei bis auf den Kostenfaktor im Grunde mit ihren Kabel- oder Satelliten-TV-Anbietern sehr zufrieden. «Wie bei Zeitungen und Musik bevorzugen die Konsumenten eindeutig professionell produzierten Content. Für die konventionellen Rundfunkstationen und Kabelnetzwerke sind diese Verhältnisse sehr gute Neuigkeiten, da sich so zeigt, dass sie in der Wertschöpfungskette zumindest auf kurze Sicht nicht durch nutzergenerierte Inhalte abgelöst werden», erklärt Lindsay.

Eine Sache des Vertrauens

Medienkonsum ist immer eine Vertrauenssache. Grosse TV-Sender stehen für viele Konsumenten für einen gewissen Qualitätsstandard und üben daher auch im Internet eine besonders hohe Anziehung aus. Qualität meint dabei aber nicht nur die Produktionsqualität (keine verwackelten Aufnahmen von Oma), sondern vor allem die Qualität im Sinne der Befriedigung der Zuschauerbedürfnisse. Die Nutzer verlassen sich auch im Netz auf ihre gewohnten Sender, weil sie wissen, dass sie dort ihre verschiedenen Bedürfnisse wie etwa die Suche nach Information oder Orientierung ausreichend befriedigen können.

Quelle: wsj, pte
Bildquelle: Flickr (jonsson), cc-by

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| Artikel drucken Drucken | 11.08.2009 18:33

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