Einmal anfassen, bitte

Vegetables at the Market

Trotz der enormen Zuwächse im E-Commerce sind Konsumenten nach wie vor bereit, für Waren, die sie zuerst anfassen können, mehr zu zahlen. Zu diesem Schluss kamen Neurobiologen des California Institute of Technology (Caltech) mit einem Experiment. Die Forscher haben hungrigen Probanden Lebensmittel in drei verschiedenen Formen präsentiert. Einmal im Textformat, einmal mit hochauflösenden Bildern und einmal auf einem Tablett. Anschliessend wurden die Probanden nach den Preisen gefragt, die sie zu bezahlen bereit waren. Dabei reagierten sie auf die realen Lebensmittel am stärksten und waren bereit, 50 Prozent mehr zu zahlen als bei den beiden anderen Präsentationsformen.

Offenbar schafft das Berühren eine Identifikation mit dem Objekt. Bereits bevor ein Konsument die Ware in die Hand nimmt, geschieht im Gehirn eine Vorauswahl nach optischen Kriterien (Farbe), Form und Duft, wie die Forscher des Caltech festhalten. Um den Effekt zu erzielen, ist zudem das Berühren und Anfassen gar nicht zwingen nötig. Alleine die Tatsache, dass die Waren physisch präsentiert werden, erhöht den Kaufwillen.

Die Studie (PDF), die in der "American Economic Review" erschien, erklärt m.E. zwei immer wieder beobachtbare Phänomene: (1) Konsumenten kaufen online, weil es billig(er) ist, und (2) den so genannten ROPO-Effekt. Letzterer besagt, dass sich die Komsumenten zwar online informieren, aber schliesslich lokal im Geschäft kaufen (Research Online Purchase Offline).

Quellen: caltech, pte

Tags:

| Artikel drucken Drucken | 07.10.2010 18:33

Pat Mächler on 07.10.2010 19:39

Bei mir ist es bei ROPO noch was anderes: Alles was online gekauft wurde, kann in der Theorie mit meinem Namen verknüpft werden; im Geschäft erhalte ich einfach Ware gegen Bares. Da werden keine Daten ausgetauscht.

Kommentar schreiben

:

:

:

Verwandte Artikel

    Kampagne
    SOMEXCLOUD Social Media Akademie

    Kampagne
    Digicomp: Enterprise 2.0 Implementationskurs

    Werbung

    Über das Wortgefecht

    Dieser Blog befasst sich seit Februar 2007 schwerpunktmässig mit sozialen Medien (Social Media) und ihrem Einfluss auf die Welt des Marketings, der Public Relations und der traditionellen Medien. Daneben finden sich auch Beiträge rund um das Internet, über Open Source und Kommunikations-wissenschaft.

    » Blog-Portrait bei t3n.de

    Das Wortgefecht unterstützen

    Newsletter


    » Newsletter-Archiv

    Community


    » Das Wortgefecht auf Google+


    » Das Wortgefecht auf Facebook

    » Folge dem Wortgefecht auf Twitter

    Der Autor

    Michael Gisiger, geboren 1975, ist Digital Immigrant, Marketer und Enterprise 2.0 Evangelist.

    Auf Wortgefecht werben

    Sie möchten auf dem Wortgefecht werben? Gerne stellen wir Ihnen unsere Werbeformate näher vor.

    » Weiterlesen

    Das Wiki

    Wortgefecht-WikiDas Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.

    » Weiterlesen