Gregor Franck: Mentaler Kapitalismus

Franck: Mentaler KapitalismusDer Werbung und den Medien können wir nicht mehr entkommen. Aber was bedeutet das für uns? Der öffentliche Raum verwandelt sich zunehmend in eine gigantische Werbefläche für Produkte und Ideen aller Art. Die ästhetischen und politischen Konsequenzen sind überhaupt noch nicht abzusehen. Georg Franck beschreibt zum ersten Mal die Welt unter der Herrschaft eines mentalen Kapitalismus.

«Der Kampf um die Aufmerksamkeit spielt mittlerweile eine grössere Rolle als der Kampf um das Geld.» Ein solcher Satz provoziert. Jene, die immer noch ums Geld kämpfen müssen und jene, die gar nichts anderes wollen. Wer jedoch im Geschäft mit der Aufmerksamkeit tätig ist, findet den Satz nicht weiter erstaunlich. Werber, Journalisten, Kommunikationsfachleute, Künstler wissen genau, was er meint. Was im Verborgenen blüht, hat keine kulturelle Bedeutung. Eine ökonomische schon gar nicht.

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Lernvideos für Online-Marketers

Die Suchmaschinen-Experten der webeffekt AG betreiben einen eigenen Channel auf YouTube, über den sie Lernvideos rund um Fragen des Online-Marketings anbieten. Die Videobeiträge erklären z.B. das Ranking-Verhalten von Google, die Funktionsweise von Meta-Suchmaschinen oder Besonderheiten von Sponsored Link-Kampagnen.

Das Unternehmen betreibt neben dem Channel und einer eigenen Video-Seite auch den Videosuchdienst Komerca, der nur redaktionell geprüfte "aussagefähige Online-Videos" indexiert. (Quelle: pte)

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Besser gleich im Bett bleiben

Wie es scheint, geht es nicht nur den Gatekeepern an den Kragen, sondern auch den Paparazzi:

Für den bekannten Paparazzo Hans Paul befindet sich das Geschäft mit den Schnappschüssen prominenter Persönlichkeiten in der Krise. «Für ein Bild von Thomas Gottschalk oder Paris Hilton stehe ich jedenfalls nicht mehr auf», schilderte der 52-jährige Fotoreporter der Nachrichtenagentur dpa [...] Der Konkurrenzdruck unter den Paparazzi sei schlicht zu groß, die Honorare befänden sich im freien Fall - auch, weil immer mehr Fotografen-Laien ihre Bilder zu vermarkten wüssten. In letzter Zeit machen die Leserreporter mit ihren Fotohandys den Profis die Erlöse streitig. Zeitungen honorieren Gelegenheitsschüsse von Lesern, in Webportalen verbreiten sich Bilder und Videos blitzschnell um den Erdball, wie sich bei der Hinrichtung des irakischen Ex-Despoten Hussein zeigte. Die Folge: Mit dem täglichen Geschäft, ist nichts mehr zu verdienen, wie Paul beklagt. Immer mehr Fans und Autogrammsammler verkauften ihre Schnappschüsse an die Boulevardpresse. «Das spüren wir Paparazzi, keine Frage», sagt Paul. (Quelle: Netzeitung)

Ach herrje, nach den Journalisten erwischt es nun auch die Aasgeier im Business. Wir alle fühlen mit und rufen sogleich nach staatlicher Intervention. Spass beiseite: Die Welt verändert sich und mit ihr auch die Gesetzmässigkeiten der Medienbranche. Wir bewegen uns hin zu einer Aufmerksamkeitsökonomie - die Technik macht es eben möglich, dass nun nicht mehr nur ein verschworener Zirkel schwangere Promis ablichten kann. Wen das stört, der hat verloren und bleibt in der Tat wirklich besser im Bett.

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